Montag, 24. Juli 2017

 
Donnerstag, 20. April 2017

NORDSACHSEN

Mit 110 Sachen: Polizei lasert Raser in Süptitz

Am Mittwoch war in Deutschland der angekündigte Blitzermarathon, bei dem etliche Raser erwischt wurden.Foto: fotolia © Picture-Factory

von unserem Redakteur Christian Wendt

Süptitz. Dieser Fall stellte während des Blitzermarathons alle anderen Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Region Torgau deutlich in den Schatten. Mit 110 km/h wurde am Mittwoch ein Raser in der Ortslage Süptitz von der Polizei gestoppt. Zudem präsentierte das Polizeirevier Torgau in diesen Tagen eine weitere, wenig erfreuliche Statistik. Mehr dazu hier:

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Mit 110 km/h wurde am Mittwoch ein Raser in der Ortslage Süptitz von der Polizei gestoppt. Abzüglich des Toleranzbereichs blieben noch immer 56 km/h, die der 50-jährige Fahrer eines BMW X3 aus Bad Düben gegen 8.40 Uhr auf der B 183, Höhe Zufahrt zur Kindertagesstätte, zu schnell unterwegs war. Ihn erwarten jetzt ein Bußgeld in Höhe von 280 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie ein zweimonatiges Fahrverbot. So kontrollierten Beamte des Polizeireviers unter anderem auch in Belgern, Sitzenroda sowie in Zinna.

Nach Angabe von Revierleiter Andreas Starke wurden dabei 18 Verstöße gegen die zulässige Höchstgeschwindigkeit registriert, die sich jedoch – bis auf die genannte Ausnahme – im Verwarngeldbereich befanden. Ein Blick auf die aktuelle Unfallstatistik zeigt, wie wichtig es ist, Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen. Nach wie vor rangiert nämlich das Rasen an dritter Stelle der häufigsten Unfallursachen im Altkreis. Platz eins nehmen Vorfahrtsfehler, Platz zwei die Nicheinhaltung des Sicherheitsabstands ein.

Auf den nachfolgenden Plätzen sind das Nichteinhalten des Rechtsfahrgebots, Abbiegefehler, unsachgemäßes Überholen sowie das Fahren unter Alkoholeinfluss zu finden. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Torgau war 2016 im Vergleich zu 2015 leicht rückläufig: Von 1303 ging es hinunter auf 1263. Damit einher wurde auch eine geringere Anzahl an Verletzten gezählt. Wurden 2015 noch 233 Personen auf den Straßen im Altkreis gesundheitlich in Mitleidenschaft gezogen, verringerte sich die Zahl im vergangenen Jahr um 49. 66 Schwerverletzten 2015 standen im Jahre 2016 immerhin noch 54 entgegen.

Bei den Leichtverletzten ging es von 167 hinunter auf 130. Die Zahl der Verkehrstoten lag bei zwei (2015: 0, 2014: 12). Eine weitere, wenig erfreuliche Statistik präsentierte das Polizeirevier Torgau in diesen Tagen.

Der Anstieg der Zahl der Straftaten im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Torgau hat sich zwar verringert, die Gesamtheit ist 2016 mit 3071 Fällen jedoch um 3,1 Prozent höher ausgefallen als 2015. Dem gegenüber steht eine von 55,8 Prozent auf 52,5 Prozent gefallene Aufklärungsquote. Als Ursache sieht Revierleiter Andreas Starke eine merklich veränderte Struktur der Delikte. So bereitet ihm vor allem die signifikant gestiegene Anzahl der Diebstähle unter erschwerten Bedingungen Sorgen.

Soll heißen, dass es sich hierbei nicht um einfache Ladendiebstähle handelt, sondern die Täter beispielsweise in Böden, Keller und Nebengelasse einbrechen. Allein hierbei zählte das Revier einen Anstieg von 191 auf 347 Fälle, der zumeist auf Beschaffungskriminalität einheimischer Täter zurückgeführt wird. Insgesamt lag die Anzahl der Diebstähle unter erschwerten Bedingungen im vergangenen Jahr bei 952 (2015:779). Auch der Fahrraddiebstahl ist nach wie vor aktuell. Bahnhof, Krankenhaus und diverse Kneipen ziehen die Langfinger regelrecht an.

 

Nordsachsen. Die Zahl der von der Polizei erfassten Straftaten in Nordsachsen ist deutlich gestiegen. Insgesamt registrierte die zuständige Polizeidirektion Leipzig im vergangenen Jahr 13 452 Fälle. Das sind 1240 mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote ist etwa gleich geblieben: So konnte 2016 für etwa jede zweite erfasste Straftat – 6927 Fälle beziehungsweise 51,5 Prozent – ein Tatverdächtiger präsentiert werden. Ein Jahr zuvor lag die Quote ein wenig höher, nämlich bei 52,6 Prozent. Was gibt die Statistik noch so her? Nachfolgend eine Auswahl:

Tatverdächtige

Insgesamt 4949 Tatverdächtige (2015:4602) wurden im vergangenen Jahr in Nordsachsen ermittelt. Unter diesen waren 809 Nichtdeutsche, darunter 245 wegen ausländerrechtlichen Verstößen. Der Anteil der nichtdeutschen Verdächtigen lag bei 16,3 Prozent. Am häufigsten wurden Syrer erwischt (95 Tatverdächtige), danach folgen Afghanen (77), Slowaken (51), Libyer (50), Polen (47) und Pakistaner (46). Unter den Tatverdächtigen waren 151 Kinder unter 14 Jahren, 416 Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre), 358 Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) und 4024 Erwachsene (21 Jahre und älter). Zugenommen im Vergleich zum Jahr zuvor hat vor allem die Zahl der ermittelten Jugendlichen (plus 24 Prozent) und der Heranwachsenden (plus 32 Prozent).
Als Opfer werden in der Polizeistatistik „natürliche Personen, gegen die sich eine strafbare Handlung unmittelbar richtete“, erfasst. Sie werden nur bei ausgewählten Delikten registriert. So zählte die Polizei im vergangenen Jahr im 197 000-Einwohner-Kreis 2227 Opfer einer Straftat – 1328 männliche und 899 weibliche. Darunter waren 227 Kinder, 185 Jugendliche und 161 Personen über 60 Jahre.

Drogendelikte

Im Jahr 2016 wurden 339 Fälle festgestellt – 254 allgemeine Verstöße, 47 Mal unerlaubter Handel oder Schmuggel und 38 sonstige Verstöße wie zum Beispiel illegaler Cannabis-Anbau. Es überwogen Delikte mit Amphetaminen und Methamphetaminen (Crystal Meth) sowie Cannabis. Seltener waren Heroin und Kokain/Crack mit acht Fällen respektive einem Fall. Im Zusammenhang mit Rauschgift gab es im Bereich der gesamten Polizeidirektion Leipzig zwölf Tote (überwiegend durch Heroinvergiftung). Elf in der Stadt Leipzig, einer im Landkreis Nordsachsen.

Diebstähle

Die Diebstahlsdelikte machen etwa die Hälfte der erfassten Straftaten aus. Insgesamt 6115 Fälle registrierten die Behörden, nach 5528 im Jahr zuvor und 5302 im Jahr 2014.
Zugenommen hat besonders die Zahl der Diebstähle aus Kellern, Dachböden und Waschküchen (843 Fälle). Einen Anstieg gab es beispielsweise auch bei Diebstählen in Wohnungen (366) sowie bei Diebstählen aus Büros, Werkstätten und Lagern (492). Zudem wurden 959 Fahrraddiebstähle gezählt. Übrigens: Betrachtet man die Fahrraddiebstähle, so ereignete sich mehr als jede zweite derartige Straftat im Freistaat im Gebiet der Polizeidirektion Leipzig (neben Nordsachsen auch Stadt und Kreis Leipzig). In Nordsachsen wurden laut Polizei 152 Kraftfahrzeuge entwendet, dabei entstand ein Schaden in Höhe von 3,6 Millionen Euro.
Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen wurden 764 registriert, mit einem Schaden von etwa 500 000 Euro.

Sexualstraftaten

Hier wurde ein teils deutlicher Anstieg registriert. 133 Straftaten richteten sich gegen die sexuelle Selbstbestimmung (2015: 88). Es gab 49 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern (2015: 22), 14 Fälle von Exhibitionismus (2015: 10) und fünf Fälle von Vergewaltigung und besonders schwerer sexueller Nötigung (2015: 3).
Körperverletzung, Raub, Stalking und Mord:
Die Zahl der vorsätzlichen einfachen Körperverletzungen ist von 758 auf 770 gestiegen, die der gefährlichen und schweren Körperverletzungen sogar  von 189 auf 224. Rückläufig ist die Zahl der Nachstellungen – heute oft Stalking genannt – mit 64. Im Jahr zuvor waren es 70. Hinzu kamen im Jahr 2016 insgesamt 283 Fälle von Bedrohung, 233 von Nötigung und 64 von Raub und räuberischer Erpressung. In den drei Bereichen stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr an. Morde gab es laut Polizei zwei.

Sachbeschädigung

Mit 1498 Fällen wurden im Jahr 2016 mehr Taten zur Anzeige gebracht als noch 2015. Ein Schwerpunkt blieben Sachbeschädigungen durch Graffiti mit 329 Fällen. Dabei konnten 34 Täter ermittelt werden.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Hier sticht ein Rückgang von Leistungserschleichungen – minus 61 auf nun 232 Fälle – hervor. Zudem wurden unter anderem 487 Fälle von Waren- und Warenkreditbetrug festgestellt, 258 Fälle von Unterschlagung und 106 Fälle von sogenanntem Betrug mit rechtswidrig erlangten unbaren Zahlungsmitteln (also beispielsweise EC-Karten).

Bilanz

Mit Blick auf die Gesamtstatistik im Bereich der Polizeidirektion Leipzig erklärte Polizeipräsident Bernd Merbitz: „Nachdem der auf die Polizeidirektion Leipzig entfallende Anteil an der sächsischen Gesamtkriminalität in den letzten beiden Jahren bereits rund ein Drittel betrug, lag er 2016 mit 36,3 Prozent sogar darüber. Die Zahlen bestätigen meine Auffassung, dass die Polizeidirektion Leipzig und insbesondere das Gebiet der Stadt Leipzig in zunehmendem Maße den polizeilichen Handlungsschwerpunkt im Freistaat darstellen. Die Entscheidung, den Stellenabbau zu stoppen und den Polizeivollzugsdienst künftig wieder personell stärker auszustatten, war mithin absolut richtig. Ohne Zweifel wird die Polizeidirektion Leipzig unweigerlich auf viele Jahre ein kriminalgeografischer Schwerpunkt und zugleich ein Schwerpunkt der sonstigen Einsatzbelastung bleiben.

Quelle: PD Leipzig

Torgauer Zahlen:

• Rauschgiftdelikte: 103 (2016) zu 96 (2015)

•  Fahraddiebstähle: 84 zu 60

•  Einbrüche in Büros und Lager: 76 zu 65
•  Diebstähle bei Wohnungseinbrüchen: 44 zu 29

•  75 Prozent aller Straftaten wurden allein im Torgauer Stadtgebiet verübt

•  Der Anteil der Straftäter, deren Nationalität nicht deutsch ist, lag 2016 bei 14,7 Prozent (2015: 10 Prozent). Ein Großteil stammte aus der Slowakei, aus Polen, Rumänien, Russland und Tschechien.

•  Das Durchschnittsalter der knapp 90 Bediensteten des Torgauer Polizeireviers liegt aktuell bei hohen 49,7 Jahren (Stichtag 1. März).

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