Donnerstag, 22. Juni 2017

 
Freitag, 19. Mai 2017

OSTELBIEN

Bildungsagentur gibt ihren Segen

Werbeannonce in der TZ.

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode. „Und Sie können es ruhig glauben: Am Montag nach den Ferien werden dort tatsächlich 41 Schüler sitzen...!“ Nicht nur Silke Dartsch, Leiterin der Oberschule, stand die Freude diese Woche bei der Beilroder Ratssitzung buchstäblich ins Gesicht geschrieben.

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Beilrode. „Und Sie können es ruhig glauben: Am Montag nach den Ferien werden dort tatsächlich 41 Schüler sitzen...!“ Nicht nur Silke Dartsch, Leiterin der Oberschule, stand die Freude diese Woche bei der Beilroder Ratssitzung buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Auch die anwesenden Eltern, die Räte selbst und Bürgermeister René Vetter strahlten um die Wette. „Ich darf Ihnen sagen: Heute kurz vor 16 Uhr kam der Anruf der Bildungsagentur. Wir sind damit zu 100 Prozent auf der sicheren Seite. Es wird auch im kommenden Jahr an der Oberschule Beilrode zwei 5. Klassen geben.

Vom Ministerium gab es dazu keine weiteren Rückfragen“, verkündete René Vetter gerade zu feierlich. Tosender Applaus im Dautzschener Bürgerhaus, nachdem diese Sätze gesprochen waren. Einige Flaschen Sekt wurden geköpft, Blumen verteilt. Die Schulleiterin unterstrich noch einmal, dass alles regulär abgelaufen sei. Sie erklärte mit Augenzwinkern, dass die nachgemeldeten Schüler tatsächlich existieren und sie sparte nicht mit Dank an Elternvertreter und Bürgermeister, die sich unheimlich ins Zeug gelegt hätten.

Lediglich 36 Anmeldungen lagen zunächst vor. 40 wurden benötigt, um zwei 5. Klassen bilden zu können. Sonst hätten nur 28 Kinder in Beilrode bleiben dürfen. Der Rest wäre nach Torgau Nordwest umverteilt worden, weil die Katharina-von-Bora-Oberschule bereits voll ist. „Bis zum 12. Mai durften wir kämpfen. Und es hat sich gelohnt“, so Silke Dartsch. Für alle Beteiligten wurden es 14 intensive und spannende Tage, zwischen Bangen und Hoffen.

Bürgermeister René Vetter stand zugleich vor einer der größten Herausforderungen in seiner noch jungen Amtszeit und setzte alle Hebel in Bewegung. Er wandte sich an die örtliche Presse, suchte Gespräche mit Bürgermeisterkollegen in Belgern und Dommitzsch, rührte intensiv die Werbetrommel. Die Eltern verteilten in der Torgauer Region Flyer und Plakate in Geschäften und Arztpraxen, nutzten das Internet als Plattform und setzten auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Mit Erfolg. Relativ schnell klingelte im Sekretariat das Telefon, kamen die ersten Anmeldungen.

Es gab am 9. und 10. Mai zwei individuelle Führungen für fünf der sechs Eltern, die sich schließlich für Beilrode entschieden. Aus der Interessentenschar wählte lediglich eine Familie als weiteren Bildungsweg das Gymnasium und ein Torgauer Elternpaar mochte sein Kind doch lieber in der Oberschule Nordwest sehen. Für die letzte benötigte Unterschrift fuhr die Sekretärin in der Vorwoche Dienstag selber noch schnell nach Torgau, so dass der Erfolg feststand. Ein Zuzug von Berlin nach Zwethau erwies sich als zusätzlicher Glücksfall und brachte die Beilroder Verantwortlichen mit 41 Anmeldungen auf die sichere Seite.

Die nachgemeldeten Schüler kommen aus Beckwitz, Torgau, Zwethau und Neubleesern. „Es wäre tatsächlich so gekommen, dass fünf Beilroder Familien ihre Kinder hätten nach Torgau Nordwest zur Oberschule schicken müssen“, erinnerte Silke Dartsch an die brenzlige Situation Ende April. Nach einem Losverfahren sollte diese Entscheidung fallen. „Wir hätten niemandem vermitteln können, dass sein Sohn oder seine Tochter nach Nordwest soll, der vielleicht in der Nähe der Beilroder Einrichtung wohnt. Unsere Oberschule hat so viele Vorzüge. Da sollte die Eröffnung einer zweiten 5. Klasse nicht an bürokratischen Hürden scheitern. Wir kämpfen um junge Familien, die nach Beilrode ziehen. Mit einer solchen Lösung hätten wir denkbar schlechte Argumente gehabt“, verdeutlichte René Vetter.


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