Freitag, 19. Januar 2018

 
Montag, 19. Juni 2017

MOCKREHNA

Jetzt sind es schon 375 Besuche

Den Radler samt Fahne bekam Gerhard Müller (r.) von seinen Kameraden, zu denen auch Hartmut Teichmann zählt, als kleine Aufmerksamkeit zum Jubiläum geschenkt.Foto: TZ/S. Lindner

von unserem Multimedia-Redakteur Sebastian Lindner

Wildschütz. Bisher kannte ich den Garten der Müllers aus Wildschütz ja nur aus dem März wie viele andere auch. Also voller Krokusse und anderer Frühblüher, die bis auf ein paar schmale Wege den ganzen Boden bedecken.

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Auch im Juni ist es ganz nett und gemütlich. Doch bin ich dieses Mal auch nicht gekommen, um über Pflanzen zu reden. Eigentlich.  Aber die große, abgebrochene Tanne mitten im Garten ist schon auffällig.

Gerhard Müller sagt, die Spitze sei jetzt kürzlich erst beim letzten Sturm abgebrochen. Ganz ungelegen kam ihm das aber nicht: „Der Baum war mittlerweile so hoch, dass er in die Nachbarscheune hätte fallen können. Ich hatte schon eine ganze Weile überlegt, wie ich die Spitze da oben weg bekomme. Aber jetzt hat sich das ja erstmal von ganz alleine erledigt.“

Gut so, denn dann können wir über unser eigentliches Thema sprechen. Denn Gerhard Müller ist nicht nur Krokus-Gärtner. Er ist auch der Initiator einer kleinen   Radfahrer-Gruppe, die erstmals an einem Donnerstag vor 25 Jahren losgeradelt war, um die Umgebung rund um Wildschütz zu erkunden. Zu zweit waren sie anfangs, gleich bei der ersten Tour kam dann ein Dritter hinzu. Der wartete im Auto an geschlossenen Bahnschranken, als die Radler zufällig zu ihm aufschlossen. Man kannte sich, und während des kurzen Gesprächs bei heruntergelassener Scheibe erkannte auch der Kraftfahrer, dass es mit dem Rad eigentlich viel schöner ist.

Es sind Anekdoten wie diese, die meinen jetzigen Chefredakteur schon vor zehn Jahren dazu bewegten, den Wildschützer Radlern mal einen Besuch abzustatten. Und genau die sind es, die mich auch heute noch mit Freude über das Thema schreiben lassen. Neben der unglaublichen Ausdauer der Senioren natürlich. Mein absolutes Highlight unter den vielen Gesichten, die mir Gerhard Müller erzählt, ist das Kaffeetrinken beim Landrat. 2013 war es, als die Wildschützer, die auch vereinzelt Verstärkung aus den umliegenden Dörfern haben, Schloss Hartenfels einen Besuch abstatteten.

Bei der Besichtigung des Schlosshofes kam zufällig gerade Michael Czupalla vorbei, der damals noch die Geschicke von Nordsachsen lenkte. Irgendwie kam man ins Gespräch, und dann zögerte der Landkreis-Chef keine Sekunde und lud die Radler zum Kaffeetrinken ein. Nicht etwa ins Schlosscafé. Nein, direkt in sein Büro. Bürgernähe vom Feinsten. Und dabei waren nicht mal Wahlen.

Ja, es sind genauso diese Geschichten, die sich die Männer immer erzählen, wenn man sich mal wieder sieht. Viel haben sie gemeinsam durchgemacht. Es gab auch den einen oder anderen Sturz, aber nie ist dabei etwas Schlimmeres passiert. Ab und zu ging auch mal einer unterwegs verloren. Aber gerade bevor die Suchaktion per Auto in die Wege geleitet werde sollte, rief dann die Frau des Vermissten an um zu sagen, dass ihr Gatte dann doch noch aufgetaucht ist.

Durchaus kurios ist es aber auch, dass Gerhard Müller neben all den Statistiken selbst die Zwischenhalte zur Einkehr vermerkt. Der Statistikliebhaber zählt zum Ende eines jeden Jahres auch, wie oft in welcher Kneipe gehalten wurde. Absoluter Rekordhalter war schon vor zehn Jahren das Café in Roitzsch, wo auch dieses Mal wieder Jubiläum gefeiert wurde, mit 165 Halten. Heute ist jener Rastplatz weiterhin die Top-Adresse für Müller und Co.: „375 Mal waren es bei der letzten Zählung“, sagt Müller. Da hat sich die Quote mächtig erhöht.

Das liegt vielleicht auch daran, dass die Touren nicht mehr ganz so weit gehen wie früher vielleicht noch. Die Tour bis an die Goitzsche bei Bitterfeld wird mit 112 Kilometern wohl auf ewig als größte Tagesdistanz notiert bleiben.
Ansonsten hat sich relativ wenig verändert bei den Wildschützer Radlern. Die paar Sachen, die aber anders sind als noch vor zehn Jahren, sind jedoch umso bedeutender. Denn die neunköpfige Gruppe, die den Kern der Radler bildet, hat nicht nur die Roitzsch-Quote erhöht, sondern auch etwas für jene der Frauen. Es hat ganz bestimmt weniger mit politischen Forderungen denn mit Sympathien zu tun, dass seit einiger Zeit auch eine Dame in der Herren-Runde dabei ist.  Die hat auch gleich noch eine Hymne für die Gruppe ersonnen.

Und sonst so? „Wir haben mittlerweile Elektro-Fahrräder“, erzählt Müller. Aber nicht alle. „Sechs von uns fahren mit Unterstützung, drei schaffen es noch ohne. Aber die sind auch bedeutend jünger.“ Also, 77 zum Beispiel, ums es genau zu sagen. Aber wer wie Müller bereits 86 Jahre alt ist, der kann das durchaus so behaupten.


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