Donnerstag, 18. Oktober 2018

 
Mittwoch, 28. Juni 2017

BELGERN-SCHILDAU

Und plötzlich war der Spielplatz weg

Einzig und allein dieses Schild zeugt noch davon, dass hier vor nichtmal einem Monat noch ein Spielplatz war. Foto: TZ/Lindner

Nick Leukhardt

Nach dem Verschwinden des Speilplatzes gibt es nun doch wieder Hoffnung für Kobershain Die Stadtverwaltung hat sich dem problem angenommen und Hilfe zugesichert:

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Kobershain. Stellen Sie sich einmal vor, Sie wollen mit Ihrem Kind auf den Spielplatz gehen, und er ist einfach verschwunden. Dort, wo ein paar Tage zuvor noch Rutsche, Wippe und Schaukel standen, ist nur noch ein leerer Fleck mit nichts weiter darauf als einem Schild als letztes Zeugnis des verschwundenen Spielplatzes. So erging es der Kobershainerin Madeleine Krake, als sie den einzigen Spielplatz des kleinen Ortes besuchen wollte, nur um dessen spurloses Verschwinden zu bemerken.

„Nun bin ich wirklich empört“, schildert die Mutter einer zweijährigen Tochter ihre Gemütslage. „Wir haben den Spielplatz oft besucht, jetzt ist er einfach weg. Und das ohne irgendeine Information. Ein Aushang in unserem örtlichen Schaukasten hätte ja schon gereicht.“ Natürlich wollte Krake das Fehlen des Spielplatzes nicht einfach so hinnehmen, war es für sie und viele andere Eltern doch ein häufig besuchter Ort, wo die Kinder sich austoben konnten. Also setzte sie sich mit der Stadtverwaltung Belgern-Schildau in Verbindung, um wenigstens rauszukriegen, was mit dem Spielplatz geschehen sei. Die Antwort von Pia Danjuk aus dem Bauamt ließ nicht lange auf sich warten. Hier war von „gravierenden Sicherheitsmängeln und irreversiblen Schäden der tragenden Teile“ die Rede, welche einen Rückbau des Spielplatzes notwendig machten. Eine größere Investition im Bereich „Spielplätze“ sei im aktuellen Haushaltsplan nicht vorgesehen. Jedoch versicherte sie, dass sie nach einer alternativen Lösung suche und auch einem Treffen vor Ort nicht abgeneigt wäre, um die gesamte Sachlage besser verstehen zu können.

Gesagt, getan, keine zwei Wochen später fand ein Begehungstermin statt. Bei dem war neben Pia Danjuk auch der Probsthainer Stadtrat Matthias Griem und André Massow mit von der Partie. Dieser arbeitet für die Thammenheimer Firma Mibama, welche unter anderem auch Spielplatzgeräte herstellt. „Frau Danjuk hat einen wirklich guten Eindruck hinterlassen“, erzählt Madeleine Krake. So habe die Mitarbeiterin des Bauamtes nicht nur absolutes Verständnis für die Situation der Kobershainer gezeigt, sondern auch direkt Hilfe angeboten. 5000 Euro Budget wurde für den Bau neuer Spielgeräte zugesichert, lediglich mit der Vorraussetzung, dass das Geld noch in diesem Jahr verwendet werden müsse. „Dass reicht für eine Doppelschaukel und eine Wippe inklusive der Kosten für den Aufbau“, so Krake. „Fehlt nur noch das Klettergerüst mit der Rutsche.“

Im Fall der Rutsche hatte André Massow eine Idee: Warum nicht einfach das ursprüngliche Exemplar wieder reaktivieren. Diese sei doch aus Edelstahl und müsse nach wie vor intakt sein. Nach ausgiebiger Recherche des Bauamtes kam jedoch leider heraus, dass die alte Rutsche nicht mehr existiere. Lediglich die eines anderen Spielplatzes sei noch eingelagert, sprenge mit eine Länge von über 5 Metern den zur Verfügung stehenden Raum. Mit dieser Information und dem, was er bei der Besichtigung des Spielplatzes am vergangenen Donnerstag an Eindrücken und Informationen mitnahm, wird André Massow nun ein passendes Angebot für Spielgeräte erstellen.

Madeleine Krake wird sich bemühen, örtliche Unternehmen zu akquirieren, die ihr Vorhaben unterstützen, den Kobershainer Spielplatz wieder aufzubauen. „Wir sind alle überaus zuversichtlich“, sagt sie. „Frau Danjuk vom Bauamt machte den Eindruck, als würde sie unser Anliegen ernst nehmen und sich gut darum kümmern. Und  was die Firmen bei uns im Dorf angeht, da haben wir auch einen guten Draht, sodass man da durchaus positiv eingestellt sein kann.“
Kobershain ist nicht der einzige Ort, an dem der mangelhafte Zustand der Spielplätze ein Problem darstellt.

Auch der Waldspielplatz in Sitzenroda sei komplett zurückgebaut worden, erzählt Bürgermeisterin Eike Petzold. Hier sei es jedoch so, dass es mit der Bockwiese bereits einen Spielplatz gebe und somit der Waldspielplatz nicht mehr vonnöten sei. In Kobershain war nun jedoch Gefahr im Verzug, so Petzold. Der Spielplatz sei immer wieder notdürftig repariert worden, da schon sei längerem so genannte Mängelprotokolle vorlagen. Sogar schon vor der Fusion von Belgern und Schildau. Und hier habe auch die Kommunikation zwischen Stadtverwaltung und Sportverein nicht ausreichend funktioniert, sodass es zu diesem Missverständnis und der jetzigen Situation gekommen sei. „Aber, dass die Dorfgemeinschaft sich nun gemeldet und sich der Sache angenommen hat, ist gut so.“


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