Mittwoch, 25. April 2018

 
Mittwoch, 12. Juli 2017

DOMMITZSCH

Soldaten auf einem Weg der Versöhnung

Die Boote starten an der Fähre vorbei in Richtung Wittenberg.Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Morgens kurz vor zehn an der Elbe bei Dommitzsch. Gerade noch war alles ruhig und beschaulich, jetzt preschen Schlauchboote heran. Eins nach dem anderen …

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Dommitzsch. Morgens kurz vor zehn an der Elbe bei Dommitzsch. Gerade noch war alles ruhig und beschaulich, jetzt preschen Schlauchboote heran. Eins nach dem anderen. Kommandos ertönen. Soldaten machen sich zum Anlegen bereit. Nun herrscht auch am Ufer Bewegung. Ein schwerer Lkw schiebt rückwärts. Motorengebrumm dringt durch die Landschaft. Passanten bleiben staunend stehen und verfolgen das ungewöhnliche Treiben.  Eine Übung der Bundeswehr? Keineswegs. Die Besatzungen machen sich auf zum Friedenscamp nach Wittenberg. Hier werden sie im Verlauf des nachmittags auf andere Teilnehmer treffen, die von Magdeburg aufgebrochen sind und ebenfalls zur Anfahrt die Elbe nutzen.

Der Stopp gestern früh bei Dommitzsch ist nur von kurzer Dauer. Die Soldaten vom Panzerpionierbataillon 701, die tags zuvor aus Gera eingetroffen sind, haben an der Hirschmühle bei Prettin übernachtet und erhalten nun die letzten Sicherheitshinweise ihres Vorgesetzten. Es soll ja niemand ins Wasser fallen und die Ausrüstung möchte ebenfalls trocken bleiben. Vorsorglich erhalten die Besatzungen Plastikbeutel und den Unterschied zwischen Backbord und Steuerbord gibt´s ebenfalls noch einmal erklärt. Eine halbe Stunde später beim Ablegen steigt dann auch Militärpfarrerin Inga Troue mit ins motorisierte S-Boot, um die Soldaten zu begleiten. „In dieser Woche steht bei der Weltausstellung Reformation in Wittenberg die Themenwoche „Frieden“ an“, so Cornelia Riedel von der Pressestelle, Landeskommando Sachsen. Die Evangelische Militärseelsorge habe dies zum Anlass genommen, um vom 11. bis 13. Juli ein  Friedenscamp in der Lutherstadt zu organisieren.

Eine einmalige Sache. „Wege des Friedens – Wege der Versöhnung: Friedensethische Impulse aus 500 Jahren Reformationsgeschichte“, lautet das Thema. Sinn und Zweck dieses Seminars seien die Auseinandersetzung und der Dialog mit versöhnungs- und friedens- ethischen Themen. Interessenten konnten sich freiwillig melden. „Ich bin gleich neugierig geworden, auch wenn es wenig Infos gab und ich nicht wirklich wusste, was mich erwartet“, sagt Dennis Fürth, 17 Jahre, aus Dornstadt bei Ulm. Schon die Tatsache, dass es mit dem Schlauchboot auf die Elbe geht und Abwechselung vom Kasernen-Alltag bedeutet, ließ den Obergefreiten nicht lange zögern. Ähnlich sah es bei Hope Becker (21) aus, die zwar aus Leipzig stammt, mittlerweile aber in Bayern wohnt. Beide Zeitsoldaten waren zuvor noch nie in der Torgauer Region. Was man auch von den übrigen Besatzungen sagen kann, die aus ganz Deutschland sind, von Bonn über Rostock bis Husum. 40 Kilometer beträgt die Entfernung bis Wittenberg, zweieinhalb Stunden dürfte es dauern. Ein Sani-Trupp fährt parallel zur Elbe, um im Fall der Fälle gleich vom Ufer aus eingreifen zu können.

Derweil rangiert Ria Seidel den „Multi“ punktgenau bis in Höhe des Dommitzscher Bootssteges, um dann die Wechselbrücke – einen containerartigen Aufbau – vom Hänger zu lassen. Die 23-Jährige hat sichtlich Spaß mit dem 15-Tonner, immerhin 400 PS stark. Braucht es wirklich einen solchen Koloss, um das Marschgepäck von 13 Soldaten, darunter drei Soldatinnen, zu befördern? Jetzt lachen alle Anwesenden ob der kritischen Nachfrage des TZ-Redakteurs. Natürlich werde die gesamte Fahrt nach Wittenberg gleich mit in die Ausbildung integriert und da gehören Logistik, der Einsatz schwerer Technik und das Ausrücken der Sanitäter dazu.

Auf die rund 60 Teilnehmer in Wittenberg, die in einem Zeltlager auf dem Sportplatz übernachten, wartet indes ein umfangreiches Programm: Unter anderem haben sich Margot Käßmann und der evangelische Militärbischof angesagt. „Die Soldaten werden auf der Elbe - auf einem Weg der Versöhnung - aus Richtung Magdeburg und aus Richtung Dresden nach Wittenberg gelangen und dann vom Evangelischen Militärbischof Dr. Sigurd Rink und Vizeadmiral Joachim Rühle als Vertreter des Bundesministeriums der Verteidigung begrüßt. Nach einer Andacht auf den Elbwiesen, die durch Bischof Rink und Militärgeneraldekan Matthias Heimer abgehalten wird, geht es per Fußmarsch zum „Friedenscamp“ in die Altstadt Wittenbergs“, schilderte Militärpfarrerin Inga Troue den Ablauf.

Mittwochs stehen eine Podiumsdiskussion und Workshops sowie ab 19 Uhr ein Begegnungsabend auf dem Programm. Donnerstag erfolgt die Abreise, dann mit vielen Eindrücken und sicher nicht mehr auf der Elbe. Der größte Teil der Strecke von Gera aus wurde per Bus zurückgelegt.


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