Samstag, 19. Januar 2019

 
Sonntag, 23. Juli 2017

DOMMITZSCH

Die Nachwirkungen sind heute noch spürbar

Markus Blume mit Sohn Ian (9) aus Zinna beim Angeln an der Grube. Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Döbern. Es war vor zwei Jahren, als die Alte Elbe Döbern in die Schlagzeilen geriet. Das Gewässer trocknete nach wochenlanger Dürre fast gänzlich aus. Ein gewaltiges Fischsterben setzte ein. Eine Katastrophe insbesondere für die Angler der Region, für die die Grube – wie sie genannt wird – bis dahin ein wichtiger Anlaufpunkt war.

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Unvergessen sind die Fotos, die einen Uferbereich voller Kadaver zeigen.
Männer mit Watstiefeln mussten die stinkenden Überreste beseitigen und hatten tagelang zu tun. Zwei Jahre später zeigt sich zum Glück ein völlig anderes Bild. Die Alte Elbe führt ausreichend Wasser. Ab und an taucht sogar ein Angler auf. „Sicher könnte der Pegel höher sein, aber es passt schon“, sagt  ein Torgauer, der sich ebenfalls gut an die dramatischen Tage 2015 erinnern kann und der TZ damals Rede und Antwort stand. Heute möchte er seinen Namen lieber nicht mehr in der Zeitung lesen. „Man sieht: Es ist wieder eine kleine Fischbrut an Weißfisch da, aber keine Hechte“, bedauert er.

Die große Angel-Attraktion sei die Grube in Döbern noch nicht wieder. Da fahren viele Petrijünger lieber richtig an die Elbe. Man müsse noch Geduld haben. Rolf Wilsdorf, Chef des örtlichen Anglervereins, lässt ebenfalls keine Euphorie aufkommen. „Es ist nicht wirklich besser, aber auch nicht so schlimm wie 2015. Der Winter war zu trocken. Aber durch die regelmäßigen Niederschläge besteht jetzt Grund zur Hoffnung“, lautet sein Statement.

Dass eine Bagger-Aktion die Situation 2015 verschärft hätte, wie Kritiker damals mutmaßten, will er nicht gelten lassen. „Das sagen die, die einen Grund suchen. Nach ein bis zwei Jahren setzen sich wieder Schlammpartikel im Sand ab und verdichten den Untergrund des Gewässers. Die Alte Elbe wurde 2003 ausgebaggert. Damit kann es also gar nicht zusammenhängen“, sagt Wilsdorf. Es sei ein Problem, dass die letzten Winter zu trocken waren. Man brauche im März/April einen Elbepegel von 4 bis 4,5 Meter über einen längeren Zeitraum, damit das Wasser in die Vorfluter drückt. Das hält dann meist bis Juli. Dies habe in den letzten Jahren gefehlt.

Durch die Säuberung des Zulaufes zwischen Schwarzem Graben und Alte Elbe trat dennoch eine große Verbesserung ein. Es kommt nun viel mehr Wasser nach. Die Angler haben hier Eigeninitiative gezeigt. „Die Alte Elbe ist ein sehr produktives Gewässer und regeneriert sich schnell. 1976 war sie zum letzten Mal ausgetrocknet.
„Drei bis vier Jahre später hatte sich alles wieder normalisiert“, erklärt der Vorsitzende. Der Anglerverband Leipzig hat nach dem Fischsterben mehrfach Aal und Karpfen als Besatz zugeführt.

„Auf Vereinskosten kamen noch ein paar Hechte dazu“, sagt Rolf Wilsdorf. Man könne also wieder angeln. Und so mancher hat sogar schon wieder gute Erfolge, eben was Karpfen und Aal betrifft. Anders sieht es bei Hecht, Zander und Barsch aus. Hier war bei der Dürre 2015 fast ein Totalverlust zu beklagen. Es braucht noch eine Weile. Friedrich Richter, Chef vom Anglerverband Leipzig und im Krisen-Sommer mehrfach persönlich vor Ort, hat Döbern nicht mehr auf dem Schirm.

„Ich denke, es ist alles gut. Wir haben dieses Jahr mehr Niederschläge. Es gibt auch vereinzelt Fischsterben in kleinen Kiesgruben, aber nicht im Raum Torgau, mehr in der Region Leipzig und Delitzsch“, sagt er. Woran es liegt, werde gerade geprüft. In Döbern sei vor allem Besserung eingetreten dadurch, dass der Zulauf gereinigt wurde.


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