Sonntag, 17. Dezember 2017

 
Donnerstag, 12. Oktober 2017

TORGAU

Auf nach Swinemünde

Louise, Fritz und Georg sind die drei Charaktere, mit denen man das Spiel „Swinemünde bestreiten kann.Foto: PR

Nick Leukhardt

Torgau. Mit einem interaktiven Textadventure wollen Studenten die Schrecken des 2. Weltkriegs vermitteln. Das Computerspiel begleitet die aktuelle Ausstellung des DIZ:

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Louise Falkenberg ist ein zehnjähriges Mädchen und lebt mit ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern im ostpreußischen Labiau. Seit fast sechs Jahren lebt die kleine Familie im Krieg, ihren Vater sieht das Mädchen nur selten. Auch an diesem schicksalhaften Tag im Jahr  1945 sind die vier Menschen allein zuhaus, als plötzlich die Hölle über der Stadt herausbricht und die Familie dazu zwingt, zu fliehen.
Dies ist der Anfang einer von drei Geschichten, die in dem interaktiven Text-Adventure „Swinemünde“ erzählt werden. Dieses Computerspiel wurde als studentisches Projekt an der Universität Hannover entwickelt und geht einher mit der Ausstellung „Menschenrechte im Krieg“, welche momentan noch im Dokumentations- und Informationszentrum Torgau (DIZ) zu sehen ist. Das Spiel Swinemünde, benannt nach einer Stadt in Westpommern, erzählt auf sehr minimalistische Art und Weise die Geschichte von drei unterschiedlichen Menschen, die allesamt mit den Schrecken des Krieges und der damit verbundenen Vertreibung aus ihrer Heimat konfrontiert werden. Der Spieler nimmt dabei mit seinen eigenen Entscheidungen Einfluss auf den Spielverlauf und erlebt somit eine einzigartige Geschichte. Erzählt wird diese, wie der Name „Text Adventure“ bereits vermuten lässt, großteilig mit Text. Zur Illustration sind noch einige grob gezeichnete Bilder mit hinzugefügt, das eigentlich Geschehen spielt sich jedoch in der Fantasie des Spielers bzw Lesers ab.
Drei Charaktere stehen dem Spieler zur Verfügung. Das preußische Mädchen Louise, der 14-jährige Fritzi Schleper aus Ostpommern oder aber Georg Schade, einem Besatzungsmitglied auf einem Verwundeten- und Flüchtlingsschiff der deutschen Marine in Swinemünde. Das Abenteuer der Drei spielt im Frühjahr 1945, als sich die rote Armee gerade von Osten auf dem Vormatsch Richtung Oder und Neiße befindet. Hunderttausende Deutsche fliehen vor der Bedrohung und suchen Schutz und Hilfe vor Tod und Verfolgung. Durch die Augen von Louise, Fritzi oder Georg erlebt man verschiedene Seiten dieser schrecklichen Zeit. Das Grundthema ist jedoch bei allen drei Erzählsträngen dasselbe. Der Luftangriff der Allierten auf die zu dem Zeitpunkt deutsche Stadt Swinemünde am 12. März 1945.
Ein wirkliches Ziel im klassischen Sinne hat das Spiel Swinemünde nicht. Es gibt keinen Highscore zu knacken, keine Prinzessin zu retten und keinen Schurken zu besiegen. Es geht ums nackte Überleben und um das Mitgefühl, welches man mit den Figuren entwickelt, auch wenn diese nur aus Buchstaben und grob gezeichneten Linien bestehen. Lässt man sich auf das Erlebnis ein, dann spürt man richtig die Gefahr und Bedrohung, die ständig in der Luft liegt und einen dazu bringt, teilweise minutenlang über seine Entscheidungen nachzudenken. Und die Charaktere und deren Geschichte sind dabei alles andere als frei erfunden. Zwar sind sie alle anonymisiert, basieren jedoch auf Zeitzeugenberichten echter Menschen, die damals all diese Gräueltaten, wie sie im Spiel beschrieben sind, erlebt haben.
Das Spiel „Swinemünde“ dient zwar als Begleitwerk zur aktuellen Ausstellung des DIZ, seine Thematik ist davon jedoch losgelöst. Somit kann auch ohne einen vorherigen Besuch  in der Ausstellung das Spiel gespielt und genossen werden. „Bezug nimmt weder die Ausstellung auf das Spiel noch andersherum“, erzählt Elisabeth Kohlhaas des DIZ. „Es dient lediglich zu Erweiterung der Thematik, gerade auch für Schulklassen.“ An die will man sich in der kommenden Zeit verstärkt richten, gerade auch mit der Ausstellung. So sei man zwar bisher mit der Besucherzahl durchaus zufrieden, die Resonanz der Schulklassen sei bislang jedoch eher verhalten gewesen. Die Klassen hätten bislang eher zögerlich reagiert, berichtet Kohlhaas, was aber ihrer Meinung nach an dem unpassenden Timing, welches der Beginn der Ausstellung hatte, liegt. Im August wurde sie eröffnet, das eigentliche Ende wäre in der vergangenen Woche gewesen. „Wir haben uns allerdings dafür entschieden, sie jetzt doch noch länger stehen zu lassen. Das ganze 1. Halbjahr bis zum 11. Februar 2018, damit auch nochmal alle Klassen, die erstmal mit dem Schulanfang beschäftigt waren, auch die Chance kriegen, die Ausstellung zu sehen.“
Wer „Swinemünde“ erleben möchte, der muss sich jedoch um die Zeiten der Ausstellung überhaupt keine Sorgen machen. Interessenten können einfach der unten stehenden Anleitung folgen und sich das Spiel völlig kostenfrei aus dem Internet besorgen. Zum Spielen an sich wird nicht einmal eine Internetverbindung benötigt.

INFO:
So kommen Sie an „Swinemünde“:

1. Besuchen Sie die Mediathek des Volksbundes
2. Wenn Sie rechts auf den Anzeigen-Button klicken, ploppt ein Download-Fenster auf, welches Sie bestätigen. Nach einer kurzen Wartezeit ist das Spiel heruntergeladen.
3. In ihrem Download-Ordner befindet sich nun die Swinemu__nde.zip.  Nachdem Sie diese doppelt angeklickt haben, wird sie entpackt und hinterlässt einen Ordner mit dem gleichen Namen im Download-Ordner.
4. In diesem swinemu__nde-Ordner befindet sich eine einzige Datei, swinemuende.html. Diese wird angeklickt, es öffnet sich der Browser und das Spiel beginnt. Ab hier erklärt sich alles von selbst, alles was gelb unterlegt ist kann angeklickt werden.
5. Viel Spaß beim Spiel.


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