Mittwoch, 25. April 2018

 
Dienstag, 17. Oktober 2017

BELGERN-SCHILDAU

Auf den Spuren Luthers unterwegs durch Belgern

Zwischenstopp am ehemaligen Torgauer Tor.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Nanu! Verkehrte Welt? Da lädt ausgerechnet Margitta Schneider aus Torgau ihre Schwägerin Sieglinde Kuntzsch aus Belgern zu einem Stadtrundgang durch Belgern ein. Doch was ungewöhnlich klingt ist mitnichten ungewöhnlich.

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Haben doch beide Frauen einst gemeinsam in einem Haus in der Kirchstraße der Rolandstadt gelebt. Und ganz in der Nähe davon stand in der sogenannten Torgauer Vorstadt eine Kirche, in der kein Geringerer als Reformator Martin Luther zugegen war. Sie trug den Namen Liebfrauenkirche.

Auf die Spuren des Reformators begaben sich am vergangenen Freitag gut und gerne 50 Gäste. Ute Simon von der Stadtverwaltung und Ursula Viezens vom Museum hatten anlässlich der dritten Museumsnacht alle Hände voll zu tun, den Überblick zu wahren. Gut zwei Stunden lang erzählten sie über die Zeit der Reformation in Belgern, den Abstecher Luthers am 25. April des Jahres 1522 an die Stadt an der Elbe und die Rolle des hiesigen Klosterhofs.

„Die meisten wissen gar nicht, dass Luther einst auch bei uns weilte. Schon gar nicht die Belgeraner Schulkinder“, sagte Ursula Viezens zur Begrüßung im Museum. Doch ein Gedenkstein vor der heutigen Stadtkirche St. Marien erinnert seit 1912 daran. Kurios: In dieser Kirche war Luther nun ausgerechnet nicht. Dies hätten die Zisterziensermönche aus dem Kloster Buch nicht zugelassen. Das Museum sorgte zudem mit der riesigen Reproduktion einer Federzeichnung des Künstlers Wilhelm Dilich (um 1628) für einen der ersten Aha-Momente des Abends. Das Kunstwerk zeigt Belgern samt ausladender Vorstadt.

Wie groß diese tatsächlich war, erliefen die Besucher im Anschluss. Zumindest einen Teil davon durchquerte man. Vom Museum ging es hierzu über den Markt und die Marktstraße (ehem. Leipziger Gasse) in Richtung des einstigen Leipziger Tores. Dieses war eines von insgesamt vier Stadtpforten, durch die man nach Belgern gelangte. Von den vieren steht aber nur noch das Oschatzer Tor, das im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut worden und seit gestern von einem stählernen Gerüst umgeben ist.

Über die Feldstraße/Ecke Lindenstraße gelangten die Geschichtsinteressierten schließlich an jene Stelle, wo einst die Liebfrauenkirche gestanden haben könnte. „Wir nehmen es an, dass es so war“, sagte Ute Simon. Vieles, vor allem ein ehemaliger Friedhof, würden darauf hindeuten. Genaue Aufzeichnungen konnten bis jetzt aber nicht aufgetrieben werden.

Dass es jene Kirche gegeben hat, steht fest. Auch das historische Belgeraner Stadtwappen wird von einer Kirche mit zwei Türmen geziert. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eben jene Liebfrauenkirche, die 1545 - baufällig geworden - abgebrochen wurde. Über die Lindenstraße ging es dann in Richtung der heutigen Stadtkirche, wo Reinhold Richter bereits die Lichtschalter angemacht hatte – den seiner Taschenlampe sowie den großen, der den imposanten Turm erleuchten ließ. Bei Hausnummer 30 wurde aber nochmals ein Zwischenstopp eingelegt. Hier befand sich nämlich das alte Torgauer Tor was Chronist Klaus Lotzenburger dann auch gleich noch über das gute alte Handwerk philosophieren ließ. Hier waren die Wohnbebauungen gleich auf drei Stockwerke hochgezogen. „Handwerk hatte eben schon damals goldenen Boden“, sagte der Dröschkauer.

Nach einer Führung in der Stadtkirche, bei der Richter auch die Flügel der Brambachschen Kirchchronik (1512 bis 1658) aufklappte, wartete mit dem Klosterhof die letzte Etappe der Führung auf die Gäste. Über den Innenhof und den stählernen Treppenanbau ging es vom Kaminzimmer hinunter ins Musikzimmer (dem Proberaum der Kantorei) und schließlich gar in die Backstube des Klosterhofs. Dort warteten frische Klosterhofbrote auf die hungrigen Gäste, die sich mit einem großen Applaus bei Ute Simon und Ursula Viezens verabschiedeten. Auch Sieglinde Kuntzsch hat es sehr gut gefallen. „Bloß gut, dass mich meine Schwägerin aus Torgau dazu überredet hatte“, lachte die Belgeranerin.


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