Donnerstag, 19. Juli 2018

 
Donnerstag, 19. Oktober 2017

MOCKREHNA

Ein "Waserloch" wird zum Vorzeigeplatz

Ein Prosit auf den neuen Gutshof.Foto: TZ/ C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Warum das Rumpeln der Rollatoren über das Pflaster des neuen Mockrehnaer Gutshofplatzes am Mittwochnachmittag niemanden störte, gibt es hier zu lesen.

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Mockrehna. Zugegeben, ein klein wenig rumpelten die Rollatoren der Senioren über die neuen Pflastersteine. Ein Kompromiss, auf den sich Gemeinde und Denkmalschutz einigen konnten. Doch dies nahmen die Herren und Damen anstandslos und mit Freude hin. Immerhin gab es Zeiten, in denen eine Überfahrt über den alten Mockrehnaer Gutshofplatz alles andere als ein Zuckerschlecken war.

Links der Mockrehnaer Gutshof im April 2016, vor seiner Sanierung, rechts bei seiner Eröffnung mit zahlreichen Gästen.

Gestern Nachmittag erfolgte die feierliche Freigabe des neugestalteten Areals, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Bürgermeister Peter Klepel schüttelte hierzu zahlreiche Hände. Auch Landrat Kai Emanuel (CDU) gesellte sich zu den Gästen. Immerhin war das Landratsamt die letzte Hürde, die es für das Leader-Projekt zu meistern galt. Und Emanuels Laune war bestens. Von der Rücktrittsankündigung des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich war zu jenem Zeitpunkt jedoch noch nichts bekannt. Doch das hätte gestern die Freude der Mockrehnaer über die neue Errungenschaft wohl ohnehin nicht schmälern können. Zu sehr war man darauf fokussiert, das – wie es Peter Klepel nannte – bei Regen riesige  Wasserloch endlich trockenzulegen.


Renate Voigt

„Schön ist es geworden“, zollte unter anderem Renate Voigt Respekt. Die Gräfendorferin war mit ihren Damen der Gymnastikgruppe der Volkssolidarität zum Gutshaus gekommen, um dem geselligen Treiben bei Freigetränken und Bratwurst beizuwohnen. Platz hatten sie auf einer neuen Bank genommen, obgleich der Bürgermeister zaghaft Bedenken äußerte, wonach die Bank möglicherweise keinen guten Sitzkomfort biete. „Ach nö, alles bestens!“ beruhigten ihn aber die Damen.

„Alles bestens“, fand dann auch Rosel Süptitz vom Seniorenzentrum. „Toll, was hier entstanden ist“, blickte sie über das Areal, das sich von Minute zu Minute spürbar mit Gästen füllte. Auch Vertreter des Mockrehnaer Ortschafts- sowie des Gemeinderats waren darunter, denen der Bürgermeister ebenso seinen Dank aussprach. Man habe bei diesem Projekt gemeinsam an einem Strang gezogen, sagte er – ohne natürlich den örtlichen Kultur- und Heimatverein zu vergessen, der auf dem Platz künftig deutlich bessere Bedingungen für kulturelle Veranstaltungen vorfindet. Das bestätigte Vereinschefin Gabriele Otto im Gespräch mit der Torgauer Zeitung.

Bereits im Jahr 2016 hatte die Gemeinde Mockrehna den Fördermittelantrag zum 1. Aufruf „Vitale Dorfkerne im ländlichen Raum“ gestellt. Allerdings war der Fördertopf schnell leer. Am 16. Januar 2017 wurde ein zweiter Anlauf unternommen und man konnte die Antragsunterlagen kurzfristig am 30. Januar 2017 einreichen.
Eine wichtige Grundlage für die Beantragung dieser Fördermittel bildete die Entscheidung in der LAG-Sitzung des sächsischen Leader-Fördergebiets Dü-
bener Heide. Am 9. Februar 2017 erhielt die Pumphutgemeinde den Zuwendungsbescheid über 197 574,40 Euro Förderung bei einer Gesamtinvestition in Höhe von 263 432,53 Euro. Die Gemeinde trägt einen Eigenmittelanteil in Höhe von 65 858,13 Euro.

Mockrehnas Bürgermeister Peter Klepel (3.v.l.) konnte zur feierlichen Durchtrennung eines Absperrbandes auch Landrat Kai Emanuel (4.v.l.) gewinnen.

Das Gutshaus selbst wird von der Gemeinde seit seiner Sanierung Mitte der 1990er Jahre als Standesamt genutzt. Weiterhin befinden sich die Heimatstube und ein Versicherungsbüro im Gebäude. Zudem nutzen Mockrehnaer Senioren regelmäßig drei Räume.

Auf dem Gutshof mit einer Gesamtfläche von 630 Quadratmetern finden viele Veranstaltungen statt. Dazu zählen unter anderem der Wochenmarkt, der Trödelmarkt sowie Veranstaltungen des Heimatvereines, wie beispielsweise Konzerte. Die Idee war, die bereits vorhandene kleine Teichanlage mit Grünfläche hinter dem Gutshaus, um den neu zu gestaltenden Platz im vorderen Bereich des Gutshauses sinnvoll zu ergänzen, blickte Peter Klepel zurück.

Bislang war die Fläche nicht gleichmäßig befestigt. Während im Einfahrtsbereich grobes Kopfsteinpflaster verlegt war, war das übrige Areal nicht oder nur mit Betonplatten befestigt. Die unterschiedlichen Belagsarten und der zunehmend schlechte Zustand der Betonplatten ließen den Platz nicht nur ungepflegt erscheinen. Insbesondere war er auch für mobilitätseingeschränkte Personen, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, in dieser Form nicht oder nur eingeschränkt nutzbar.
Da es auf dem gesamten Gelände keinen Regenwasserkanal gab, stand bei Regen das Wasser in verschiedenen größeren Pfützen. Trockenen Fußes konnten die Nutzer sowie die Besucher das Gutshaus dann nicht erreichen. Dies hat sich nun geändert.

Durch die bisherige Nutzung als Standort für den Wochenmarkt hatte sich die Fläche als Treffpunkt bereits etabliert. Mit der Umgestaltung und Verschönerung des Platzes soll diese Tradition nun auch optisch hervorgehoben werden.
Eine Umgestaltung des Areals bot sich nach Angabe der Verwaltung außerdem aufgrund der angrenzenden Dienstleistungsinfrastruktur (Apotheke und Bankfilialen) und der unmittelbaren Nähe zum Seniorenzentrum Mockrehna an. Dies alles, so ist sich der Bürgermeister sicher,  verspreche nicht nur eine regelmäßige Nutzung, sondern leiste einen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität.

Um den Bedürfnissen vor allem jener Nutzergruppe, die mit Einschränkungen zu kämpfen hat, gerecht zu werden und diese nicht weiter auszuschließen, wurde der Untergrund auf der gesamten Fläche vereinheitlicht und in der Höhe ausgeglichen. Zum anderen setzte man die einzelnen Elemente des Platzes klarer ab. Die Stellplätze für Pkw sollen durch eine entsprechende Pflasterung nun stärker als solche wahrgenommen werden. Der Eingangsbereich des Gutshauses wurde zudem neu gestaltet. „Das Aufstellen von Sitzgelegenheiten trägt somit positiv zum Erscheinungsbild des Platzes bei und unterstreicht den Charakter einer öffentlichen Freifläche“, betonte Bauamtsleiterin Alexandra Schmidtke.


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