Donnerstag, 18. Oktober 2018

 
Samstag, 21. Oktober 2017

DOMMITZSCH

Kündigung für Ausstellungszentrum - TZ bleibt dran

Beate SonntagFoto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Der Verein Mitteldeutsche Kirchenstraße Dommitzsch hat von der Stadt die Kündigung für das Ausstellungszentrum in der Dübener Straße bekommen. TZ führte ein Interview mit der Verwaltung.

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Dommitzsch. Der erste große Fall für unsere neue Rubrik „TZ kümmert sich!“. Der Verein Mitteldeutsche Kirchenstraße hat für das Ausstellungszentrum in der Dübener Straße die Kündigung bekommen und sich mit einem Hilferuf an die Torgauer Zeitung gewandt. Wir berichteten am Mittwoch ausführlich. Immerhin werden in der ehemaligen Fabrikantenvilla auf drei Etagen und gut 300 Quadratmetern rund 10 000 bis 15 000 Exponate präsentiert. Ob Schulmuseum, Gegenstände aus dem DDR-Alltag, Werkzeuge aus der einheimischen Töpferproduktion bis hin zur größten Kleiderbügelsammlung der Welt. Nach einem „Krisengipfel“ mit Bürgermeisterin Heike Karau, Bauamtsleiterin Beate Sonntag, Vereinschef Lysander Pötzsch und TZ-Redakteur Nico Wendt am Dienstag sollten anschließend Gespräche mit dem potenziellen Käufer der Immobilie folgen. TZ hakte gestern bei Beate Sonntag nach:

TZ: Muss der Verein nun seine Sachen packen und das Ausstellungszentrum bis 31. Dezember beräumen oder nicht?
B. Sonntag:
Das können wir noch nicht abschließend sagen, da sich der Interessent bis Ende nächster Woche Bedenkzeit erbeten hat. Bis dahin will er sich positionieren, ob er das Objekt übernimmt oder nicht.

Können Sie etwas zu den Plänen sagen, die der potenzielle Käufer hegt? Soll die Immobilie vielleicht für Gastronomie oder als Hotel umgebaut werden, was ebenfalls dem touristischen Zweck dient?
Nein, so etwas ist nicht vorgesehen. Er möchte das Haus so herrichten, dass man darin wohnen kann.
 
Ist die Stadt in der Lage, dem Verein Mitteldeutsche Kirchenstraße Ausweichräume zur Verfügung zu stellen?
Wir haben dem Verein eine Wohnung in der Straße des Friedens angeboten und das Objekt Pretzscher Straße 17. Beides ist aber lediglich als Lagerfläche gedacht, um die vielen Exponate unterzubringen. Als Ausstellungszentrum kommen diese Standorte derzeit nicht in Frage – vielleicht wäre das Objekt Pretzscher Straße 17 ausbaufähig, das waren mal zwei Wohnungen.

Die Bürgermeisterin hatte im Gespräch am Dienstag die oberen leerstehenden Räume in der Mittelschule erwähnt und das Landambulatorium...!
Bei der Schule muss man erst einmal prüfen, ob die Unterbringung baulich und unter planerischen Gesichtspunkten überhaupt möglich ist. Vielleicht könnte man kleinere Bereiche hier präsentieren. Beim Landambulatorium muss man ebenfalls sehen, was im Zuge der geplanten Sanierung machbar ist.

Wie steht der Verein zu diesen Angeboten der Stadt? Es folgten ja noch weitere Gespräche diese Woche?
Der Verein hat sich noch nicht endgültig positioniert. Allerdings nutzt Herr Pötzsch schon die Wohnung in der Straße des Friedens zu Lagerzwecken.

Wie steht die Stadt generell zum Ausstellungszentrum?
Ganz klar: Wir sind bestrebt, dass es in Dommitzsch bleibt. Wir sind uns bewusst, dass es eine Attraktion ist und wir haben Interesse an einer guten Lösung für alle. Zum Beispiel haben wir dem Verein bereits im Juni einen Container zur Verfügung gestellt für Dinge, die nicht mehr gebraucht werden.

Warum will die Stadt die ehemalige Kinderkrippe „Mischka“ überhaupt unbedingt verkaufen?
Weil es einen Reparaturstau gibt und die Stadt die Immobilie nicht dauerhaft halten kann. Wobei Notreparaturen auch schon erfolgt sind. Eine grundsätzliche Instandsetzung würde gut und gerne 200 000 bis 300 000 Euro kosten und ist ohne Fördermittel nicht möglich. Das Gebäude steht auch unter Denkmalschutz.

Wäre es nicht möglich, für den Interessenten ein anderes Objekt zu finden, das zu Wohnzwecken dienen kann?
Die Fabrikantenvilla steht seit über zehn Jahren zum Verkauf. Der Verein wusste von Anfang an, dass die Nutzung nur vorübergehend erfolgen kann. Der Interessent hat die Ausschreibung gelesen und die Immobilie hat ihm beim Vorbeifahren gefallen. Bis Ende Oktober/Anfang November wird Klarheit herrschen, wie es weitergeht.

Was passiert, wenn ein Verkauf nicht zustande kommt?
Dann kann der Verein die Räume selbstverständlich weiter nutzen als Ausstellungszentrum. Das ist besser als Leerstand. Überhaupt können die Mitglieder mit dem Ausräumen noch warten. Selbst wenn der Verkauf über die Bühne geht, dauert es noch, bis alle Formalitäten geklärt sind. So schnell geht es nicht.

Der Verkehrswert liegt bei 50 000 Euro. Geld, das die Stadt gut gebrauchen kann oder?
Es geht nicht vordergründig um die Summe, die beim Verkauf erzielt wird. Wir tragen als Stadt auch eine Verantwortung, mit öffentlichen Geldern sinnvoll und mit Bedacht umzugehen. Schließlich arbeiten wir mit Steuermitteln. Wenn sich finanzielle Mittel einsparen lassen, sollten wir das tun. Ja wir sind sogar dazu verpflichtet. Wir hätten mit dem Verkauf der Villa eine Immobilie weniger, bei der wir in der Unterhaltungspflicht stehen. Auch wenn uns natürlich das Ausstellungszentrum sehr am Herzen liegt. 


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