Sonntag, 21. Januar 2018

 
Donnerstag, 9. November 2017

BELGERN-SCHILDAU

Vorfreude auf Mineralienglanz

Foto: terra mineralia

von unserem Redakteur Christian Wendt

Belgern. Nachdem zum Advent in den Höfen bereits das Oschatzer Tor für Besucher nicht zugänglich sein wird, kommt nun auch das Belgeraner Museum mit Einschränkungen daher. Allerdings hat Museumschefin Ursula Viezens einen Grund, der wohl feierlicher nicht sein kann.

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Belgern. Nachdem zum Advent in den Höfen bereits das Oschatzer Tor für Besucher nicht zugänglich sein wird, kommt nun auch das Belgeraner Museum mit Einschränkungen daher. Allerdings hat Museumschefin Ursula Viezens einen Grund, der wohl feierlicher nicht sein kann.

Lang, lang hat’s gedauert. Nun wird Belgern „steinreich“. Am 16. November feiert die Rolandstadt die Eröffnung der Ausstellung „Von Heynitz zur terra mineralia“. Egal, dass dem Titel genau genommen ein zweites „von“ vorausgehen müsste, denn Belgerns großer Sohn hieß nun einmal Friedrich Anton Freiherr von Heynitz (* 14. Mai 1725 in Dröschkau; † 15. Mai 1802 in Berlin). Er war einer der Gründer der Bergakademie Freiberg und der bedeutendste preußische Staatswirt des 18. Jahrhunderts. Er gilt als Reformer des Bergbaus. Seine Hauptleistung war die Reorganisation des Berg- und Hüttenwesens in Preußen.

Beigesetzt wurde er in der Belgeraner Bartholomäuskirche. Nun kehrt das Von-Heynitz-Erbe wieder zurück. Zumindest ein kleiner Teil davon. Die Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg präsentieren in der zweiten Etage des Museums auf etwa 40 Quadratmetern 70 ausgewählte Mineralien. Weil nun aber der Besucherandrang zum Advent in den Höfen (2. Dezember) und somit auch im Museum als Station erfahrungsgemäß riesig sein wird, haben sich die Ausstellungsmacher aus Sicherheitsgründen dazu entschlossen, die Mineralien an jenem Tage nicht zu zeigen. Genug Zeit bleibt ohnehin, denn die Schau ist bis zum 31. August des kommenden Jahres geöffnet.
Von Heynitz hatte zusammen mit Friedrich Wilhelm von Oppel den Grundstein für die „kurfürstlich-sächsische Bergakademie zu Freiberg“ und somit für die älteste montanwissenschaftliche Universität der Welt gelegt.

Als DIE Resourcenuniversität zählt die TU Bergakademie Freiberg nach eigener Angabe zu den forschungsstärksten Hochschulen. Zur TU Bergakademie Freiberg gehört die terra mineralia im Schloss Freudenstein in Freiberg, welche zu den größten privaten Mineralienausstellungen der Welt zählt. Doch auch die wissenschaftlich angelegten Sammlungen der Mineralogie, Lagerstättenkunde, Petrologie, Stratigraphie, Paläontologie und Brennstoffkunde, welche zum Teil auch Stücke aus der Gründungszeit der TU beinhalten, sind einen Besuch wert und werden heute noch zu Forschungszwecken verwendet.

Im Juli dieses Jahres hatten Stadt und Bergakademie den Ausstellungsvertrag unterzeichnet. „Nichts Spektakuläres“, sagt Bürgermeisterin Eike Petzold. Auf dem Postwege seien die Unterschriften von A nach B transportiert worden. Dabei waren erste Gespräche bereits vor fast genau zwei Jahren geführt worden. Mit einer Kranzniederlegung in der Belgeraner Stadtkirche und dem Erklingen einer Kombination aus dem Lied der Belgeraner und dem Steigerlied (beide weisen die gleiche Melodie auf) erinnerte man am 6. November an Von Heynitz. Im Zuge der Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Technischen Universität gedachten deren damaliger Kanzler Dr. Andreas Handschuh, Alt-Rektor Dietrich Stoyan sowie Bürgermeisterin Eike Petzold der Bedeutung des gebürtigen Dröschkauers. Und wie es nun einmal auf offiziellen Terminen so zugeht – das Interessanteste wurde hinter den Kulissen, genauer gesagt im Bürgermeisterzimmer, besprochen.

Wer es nun genau war, der den Anstoß für den Ausstellungsgedanken in Belgern gab, mag niemand mehr so recht sagen. Doch einmal in der Welt, wartete er nur auf eine sich bietende Gelegenheit. Noch im vergangenen Jahr scheiterte die Ausstellung an fehlenden Haushaltsmitteln der Kommune. Dabei ging es zwar nur um 5500 Euro. Doch ein kommunaler Haushalt ist halt kein Wunschkonzert.

Blieb also nur das Vertrösten auf dieses Jahr. Verbunden mit einer Klinkenputztour bei regionalen Sponsoren hatte Bürgermeisterin Petzold schließlich die Summe zusammen. Fünf Unterstützer sagten hierbei finanzielle Hilfe zu. Dabei handelt es sich um enviaM, Interpane aus Liebersee, das Ingenieurbüro Petra Lindemann, Hülskens Liebersee sowie die Leipziger Volksbank.
Wichtig: Demjenigen, der Angst hat, dass an der Höhe des Eintrittspreises fürs Museum wegen der Sonderausstellung geschraubt wird, sei gesagt, dass alles beim Alten bleibt.

Info:

Aufgrund der Vitrinenanlieferung und des Aufbaus der Ausstellung wird das Belgeraner Museum am 13. und 14. November geschlossen bleiben. Nach der feierlichen Eröffnung am 16. November ist die Ausstellung ab dem 17. November, 11 Uhr, für die Öffentlichkeit zugänglich. Abgewartet werden muss nur die Lesestunde anlässlich des bundesweiten Vorlesetags.


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