Sonntag, 17. Dezember 2017

 
Donnerstag, 7. Dezember 2017

TORGAU

Nicht nur nehmen, sondern auch geben

Elke Bartels (r.) liebt ihre Arbeit und freut sich, wenn sie Waltraud Wagner und Erika Plaul (v.l.) helfen kann.Foto: TZ/Perz

Elisa Perz

Torgau. Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich engagieren, begegnen einem in vielen Bereichen. Sei es in der Feuerwehr, im Rettungsdienst, als Trainer in Sportvereinen oder Betreuer von Senioren – eine helfende Hand wird überall gebraucht.

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Anlässlich des am Dienstag stattgefundenen Tag des Ehrenamtes wandte sich die Torgauer Zeitung an mehrere Vereine und ging auch der Frage auf den Grund, wie viel Würdigung das Ehrenamt heute noch erfährt.

Manuela Schreiber

Manuela Schreiber ist seit 2014 die Ehrenamtskoordinatorin des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Torgau-Oschatz: „Allein die Vorhaltung einer solchen Position ist eine Maßnahme zur Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit.“ Neben den Auszeichnungen vom Landkreis für eine langjährige Mitgliedschaft, wird den Mitgliedern vor allem innerhalb des Vereins viel Anerkennung zuteil. So ehrt das Deutsche Rote Kreuz Torgau-Oschatz seine Ehrenamtlichen jährlich und sagt ,danke‘ für das erbrachte Engagement.

„Besondere Leistungen müssen besonders gewürdigt werden. Wir wollen den Personen, die sich auf herausragende Weise engagieren, auch etwas zurückgeben. Beispielsweise organisiert der Ortsverband Torgau jedes Jahr eine Ausfahrt für die Ehrenamtlichen sowie für ihre Angehörigen“, berichtet Manuela Schreiber. Zur Zeit zählt der Kreisverband in seinen fünf Ortsvereinen und in den verschiedenen Gemeinschaften 302 freiwillige Helfer, allein zwischen 50 und 60 im hiesigen Ortsverein Torgau. Doch die Ehrenamtskoordinatorin hat das Gefühl, dass das in der Öffentlichkeit nur wenig wahrgenommen wird: „Das Verständnis, dass die Personen die Arbeit neben ihrem normalen Berufs- und Privatleben ausführen und dafür einen Großteil ihrer Freizeit opfern, wird oft nicht aufgebracht. Stattdessen wird das Engagement teilweise sogar belächelt.“

Aber sie behält trotzdem weiterhin die positiven Erfahrungen im Blick. „Manchmal kommen auch Leute und loben uns: ‚Toll, dass ihr das macht!‘ Das erfüllt die Helfer natürlich mit Stolz. Außerdem lieben sie das Gemeinschaftsgefühl. Das ist für viele ein sehr bedeutender Aspekt.“

Thomas Richter

Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl spielt ebenso bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr von Torgau eine wichtige Rolle. Rund 70 Aktive, 30 Jugendliche und 40 Personen aus anderen Abteilungen unterstützen sich hier gegenseitig. „Jeder muss sich innerhalb der Mannschaft auf jeden anderen verlassen können“, erklärt Thomas Richter. Doch ohne den Rückhalt der Familie wäre die Arbeit als Wehrleiter auch für ihn nicht möglich: „Unsere Einsätze sind nicht planbar. Wenn zu Weihnachten ein Notruf eingeht, müssen wir ausrücken. Daher müssen genauso die Menschen aus dem eigenen Umfeld hinter einem stehen.“

Die Anerkennung der Öffentlichkeit ist allerdings nicht immer gegeben: „Ich habe das Gefühl, dass zumindest in Torgau viele gar nicht wissen, dass wir unsere Arbeit ehrenamtlich ausführen und wie viel Zeit diese in Anspruch nimmt. Das mag auf den Dörfern anders aussehen. Allein die Ausbildung umfasst 70 bis 80 Stunden. Aber von den Personen, denen wir einmal geholfen haben, bekommen wir im Gegenzug immer ein großes ,Dankeschön‘ zurück .“ Außerdem erhalten aktive Mitglieder jeweils zum zehn-, 20- sowie 40-jährigen Jubiläum vom Freistaat Sachsen eine Urkunde und der Kreisverband Torgau-Oschatz ehrt ebenfalls besondere Verdienste. Das Schönste ist für Thomas Richter dennoch  keine Urkunde, sondern die Gewissheit nach einem erfolgreichen Einsatz, dass er jemandem helfen konnte. „In diesen Momenten spüre ich, warum ich diese Arbeit liebe.“

Auch ein Erste Hilfe Kurs gehört für Denise Schmidt (r.) und Nicole Kube zur Ausbildung beid er Freiwilligen Feuerwehr dazu.

Mit solcher Leidenschaft übt auch Elke Bartels ihre ehrenamtliche Tätigkeit aus. Sie gehört zu den rund 300 freiwilligen Helfern der Volkssolidarität und ist gleichzeitig ebenfalls die Leiterin der Ortsgruppe Welsau des Vereins. Jede Woche ist die 54-Jährige jeweils am Montag und Donnerstag in der Begegnungsstätte in Torgau Nordwest vor Ort, um den Senioren Gesellschaft zu leisten: „Montags leite ich den Seniorensport und donnerstags das Gedächtnistraining. Beide Kurse sind jedes Mal gut besucht, und entweder im Anschluss oder davor gibt es zusätzlich eine kleine Kaffeerunde. Dabei kommt mein selbstgebackener Kuchen immer sehr gut an.“ Für die frühere Krankenschwester und Zahnarzthelferin war zu jeder Zeit der Kontakt mit den Menschen das Wichtigste. „Ich würde wirklich mein letztes Hemd für diese Arbeit geben. Die Senioren hier geben mir so viel Anerkennung und Kraft, sodass ich mir keine andere Aufgabe vorstellen kann.“

Josef Tremmel

Die Würdigung in der Öffentlichkeit sieht dagegen anders aus. Das bestätigt auch  der Geschäftsführer des Vereins der Volkssolidarität Regionalverband Torgau -Oschatz, Josef Tremmel: „Die offizielle Anerkennung fehlt. Deshalb führen wir jedes Jahr eine Dankeschönveranstaltung    für unsere Ehrenamtlichen durch.“ Dabei bekommen die Helfer nicht nur Urkunden für eine langjährige Mitgliedschaft überreicht, sondern werden ebenso für herausragendes Engagement geehrt. „Beim letzten Mal bekam beispielsweise eine Frau eine Ehrennadel verliehen, die seit vielen Jahren sehr aktiv in unserem Verein mitwirkt.“

Des Weiteren erhalten die 30 Ortsgruppen der Volkssolidarität eine Art finanzielle Anerkennung. „Wir haben bei der Bürgerstiftung Sachsen Projekte angemeldet, für die wir monatlich Geld bekommen. Dieses leiten wir anschließend an die Ortsgruppen weiter“, erläutert Tremmel. Doch ihm ist es wichtig, das Ehrenamt noch weiter zu fördern: „Diese Arbeit ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Für die älteren Menschen zählt nicht einmal unbedingt, was sie zusammen unternehmen, sondern dass sie etwas gemeinsam machen und nicht nur alleine sind. Daher müssen wir beispielsweise schauen, dass sich ebenso die Ehrenamtlichen nicht alleine gelassen fühlen und was wir in dieser Hinsicht unternehmen können.“    
Das Motto „Geben statt Nehmen“ steht auch bei dem Präsidenten des SC Hartenfels Torgau 04 an oberster Stelle.

Sören Wachsmann

Sören Wachsmann übt sein Amt mittlerweile seit drei Jahren aus und freut sich nach wie vor über das Engagement der Mitglieder: „Wir haben über 30 Übungsleiter, Mannschaftsleiter, Vorstandsmitglieder, Kassierer, Ordner Schiedsrichter und viele mehr, die ihre Freizeit nicht nur für das Training und die Spiele am Wochenende opfern, sondern genauso für Aus- und Weiterbildungen.“ Dafür werden sie zu den regelmäßig stattfindenden Mitgliederversammlungen oder Geburtstagen mit kleinen Geschenken belohnt. „Ich sehe die Arbeit aber auch als meine gesellschaftliche Verantwortung. Außerdem sollte man die anderen Ehrenamtlichen nicht vergessen. Es gibt viele, die sich um einiges mehr engagieren und teilweise, wie beispielsweise bei der Feuerwehr, dem THW oder DRK, sogar ihre Gesundheit riskieren. Diesen Personen zolle ich meinen größten Respekt.“

 


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