Sonntag, 22. April 2018

 
Freitag, 5. Januar 2018

MOCKREHNA

Nach B-87-Ausbau: Schnellstraße jetzt tabu für Landwirte

Der Wirtschaftsweg ganz links diente während der Bauphase als Umleitungsstrecke. Die B 87 selbst ist jetzt Schnellstraße. Foto: TZ/Archiv (N. Wendt)

von unserem Redakteur Nico Wendt

Mockrehna. Die Freude über die neu ausgebaute B 87 ist bei Landwirten rasch in Enttäuschung umgeschlagen. Bei dem Abschnitt – Anfang Dezember offiziell freigegeben – handelt es sich jetzt um eine Kraftfahrstraße bzw. Schnellstraße.

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„Das heißt, es ist eine Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h vorgegeben ,und wir dürfen mit unserer Technik dort nicht mehr langfahren“, ärgert sich Karl-Friedrich Dierkes, Landwirt aus Großtreben. Sein Betrieb habe viele Flächen im Raum Mockrehna und Audenhain. „Wir haben uns gefreut, dass wir endlich nach der langen Bauzeit wieder den direkten Weg nehmen können und dann das!“, so Dierkes. Auch der Umweg über Klitzschen sei ein Problem, weil dort teilweise eine Begrenzung für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen ausgeschildert ist.

„Es wird für uns langsam immer komplizierter. Die Umwege kosten Zeit und Geld. Zwar wird die Bundesstraße ohne landwirtschaftliche Fahrzeuge schneller, aber auch nur auf vier bis fünf Kilometern, weil dann wieder die normalen Verhältnisse herrschen“, kritisiert der Ostelbier. Bislang gäbe es in der Region nur die „Schnellstraße“ in Eilenburg, die als Ortsumgehung gebaut wurde. „Da müssen wir mit unserer Technik von der B 87 runter und durch die Innenstadt fahren. Ärgerlich ist auch, dass die Umstufung nirgendwo angekündigt wurde“, so der Landwirt. Man müsse künftig wohl über Staupitz fahren, um die Flächen bei Mockrehna zu erreichen, mutmaßt er. 

Isabel Siebert, Pressesprecherin vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr, konnte gestern diese Bedenken zerstreuen: Die Bundesstraße wird begleitet von einem neu angelegten Rad- und Wirtschaftsweg, der von allen langsameren Fahrzeugen benutzt werden kann und soll. Dieser Weg ist vorhanden und diente während der Bauphase als Umfahrung“, so Siebert. Diese Lösung entspreche dem Ausbauziel der B 87, auf der auch starker Verkehr nun flüssiger und zügiger rollen soll. Im Planfeststellungsbeschluss – zu dessen Verfahren auch eine entsprechende Öffentlichkeitsbeteiligung gehörte – wurde dieser Abschnitt als Kraftfahrstraße bzw. „Schnellstraße“ ausgewiesen. Demnach darf sie nur benutzen, wer schneller als 60 km/h fahren kann, fasste sie zusammen.


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