Sonntag, 27. Mai 2018

 
Dienstag, 23. Januar 2018

NORDSACHSEN

Amerikaner interessieren sich sehr für Deutschland

Jonas Scheibe (rechts) mit seiner Gastfamilie. Foto: privat

Von Jonas Scheibe

Trossin/Omaha. Fast auf den Tag genau ist es jetzt ein Jahr her, dass unser Bundestagsabgeordneter Marian Wendt meine ehemalige Klasse und mich mitten im Mathematikunterricht überraschte und mir mitteilte, dass er mich ausgewählt hat und die Patenschaft für mich im Rahmen des Vollstipendiums des Deutschen Bundestages namens Parlamentarisches Patenschafts-Programm übernehme. Nun  gebe ich einen ersten Rückblick über meine bisherigen Erlebnisse.

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Am 17. August 2017 klingelt der Wecker, Es ist der Tag, an dem ich Deutschland für zehn Monate ‚Auf Wiedersehn‘ sage. Nach einer doch sehr kurzen Nacht geht es mit der engsten Familie zum Flughafen Leipzig/Halle. Dort angekommen, muss ich mich bei allen verabschieden. Mein erster Flug führt mich nach knapp 60 Minuten ins Börsenzentrum der Bundesrepublik – Frankfurt (M). Der zweite Flug bringt  mich direkt in die USA in die Stadt der Winde – Chicago. Den letzten Flug nach Lincoln, Nebraska nutze ich nochmals, um zu schlafen, schließlich bin ich schon 22 Stunden auf den Beinen.

Danach führt mich meine Reise nach Council Bluffs, Iowa. In der Stadt am Missouri leben ca. 62 000 Menschen. Des Weiteren bildet sie mit Nebraskas größter Stadt Omaha eine Metropolenregion, in der insgesamt ein wenig unter einer Million Menschen leben. Omaha ist bekannt für dessen Zoo. Der Empfang durch meine Gastfamilie fällt ausgesprochen freundlich aus. In meinem neuen Zuhause lebe ich mit  meinem Gastvater Scott (49), Gastmutter Adrienne (48), Gastbruder Brenden (18), welcher jedoch schon am College studiert und daher nur am Wochenende bei uns ist, sowie unserer Hündin Miss Tilly.

Besuch im Zoo von Omaha.

„Let’s go AL & Here we go AL, here we go“ – so lautet das Motto an meiner High School. AL steht dabei für Abraham Lincoln High School und  hier ist man sehr stolz auf seine Schule. Alle tragen freiwillig T-Shirts mit dem Schullogo. Es ist nicht so, dass die Schüler den Unterricht mehr mögen, ganz im Gegenteil, aber die vielen Clubs und Sportarten, die man nach der Schule durchführen kann, machen die Schule zu einem besseren Ort, an dem man gerne lernt. Mein Schulalltag sieht wie folgt aus: 8.10 Uhr beginnt mein Unterricht mit der ersten von fünf Stunden am Tag. An meiner High School gibt es Trimester, das heißt, das Jahr wird in drei Drittel geteilt.

Ich belege in meinem Schuljahr (verteilt auf alle drei Trimester) folgende Kurse: Fotografie, US Geschichte A und B, Englisch 12 A und B, CE Calculus A und B (Mathematik mit den Schwerpunkten Grenzwerte, Ableitungsfunktionen und Integrale), AP Physik A, CE American Government, TAG Seminar (eine Stunde für leistungsstarke Schüler zum Belegen von online Hochschulkursen – ich nutze die Stunde zum Lernen von Russisch und Latein), Photoshop und Wirtschaft. CE und AP Kurse sind Klassen, die auf Hochschulniveau sind (AP) und durch die lokale Hochschule unterrichtet werden (CE). Es ist für mich nicht sonderlich schwer, diese Fächer mit einem A (beste Zensur im amerikanischen Bildungssystem) zu belegen.

Meine Mittagspause habe ich um 11.05 Uhr, was für mich zunächst ziemlich zeitig war, jedoch gewöhnte ich mich daran. Vom Schulessen kann ich nur abraten, es ist ungesund und unappetitlich. Um 15.10 endet meine letzte Stunde, jedoch ist dies nicht das Ende meines Schultages. Man hat jeden Tag die gleichen fünf Fächer. Nach dem Unterricht beginnt der Spaß. Die Schule bietet viele außerschulische Aktivitäten an. Ich habe zweimal die Woche Tischtennis, einmal die Woche Speech und einmal die Woche Key Club (soziales Arbeiten). Apropos soziales Arbeiten – im Rahmen meines Stipendiums bin ich angehalten, Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft zu verrichten. Besonders viel Spaß habe ich dabei im Key Club, da man da mit seinen Freunden Gutes tut und Freude hat.

Jonas bei seiner Länderpräsentation.

Das bot mir komplett neue Einblicke, zum Beispiel das Helfen im Altenheim, das Servieren von Essen in der Kirche oder die Organisation von Festen. Ein weiterer Teil meines Programmes sind die Länderpräsentationen über Deutschland. Dabei gebe ich Einblicke über die Politik, Geschichte und Kultur. Allgemein herrscht doch ein recht großes Interesse an der Bundesrepublik. Die Club Meetings dauern in der Regel 90 Minuten, sodass ich um 5 Uhr zu Hause bin und noch Hausaufgaben machen muss. Ich bin in der 12. Jahrgangsstufe und werde im Juni von der High School graduieren.

Es hat ca. vier Wochen gedauert bis ich die ersten Freunde gefunden habe. Man muss sich schnell dran gewöhnen, dass Amerikaner doch eine sehr unterschiedliche Mentalität mit sich tragen, als wir  Deutsche sie besitzen. Meine Freunde sind alle in der selben Klassenstufe und am Wochenende unternehmen wir meistens etwas, zum Beispiel Kino, Lagerfeuer, Tennis spielen. Ein besonderes Highlight stellt Homecoming mit meinen Freunden dar. Homecoming ist eine Mottowoche an der High School und wird mit einem Tanz abgeschlossen und es gibt ein wichtiges Footballspiel. An dieser doch sehr neuen Sportart habe ich gefallen gefunden, zumindest als Zuschauer. Wir sind als Gruppe Pizza essen gegangen, haben Fotos gemacht und waren auf dem Tanz. Der Abend war definitiv ein Höhepunkt meines Aufenthaltes.

Was mir wirklich sehr gut an meiner Schule gefällt, ist die Ausstattung hinsichtlich der Technik. Im Gegensatz zu meiner Heimat wird hier in den Staaten viel Geld für die Ausstattung der Schulen ausgegeben, damit man die Schulen auf den neusten Stand hält und um in die Zukunft zu investieren. Es werden sehr viele IT-Klassen angeboten, jeder Schüler hat einen Laptop, es wird mit einem gesunden Mix aus Lehrbüchern und Online-Resourcen unterrichtet. Alle Noten und Anwesenheit im Unterricht eines Schülers sind sowohl für Schüler als auch Eltern einsehbar. Wenn ich sage, dass an meiner deutschen Schule in der Regel mit Kreide und Polylux unterrichtet wird, erhalte ich ein Lachen und das ganze wird als Scherz empfunden. Der Einsatz von Technologie wird besonders in meiner Generation eine wichtige Rolle spielen und daher begrüße ich das Verhalten der USA, schließlich soll Schule auf das Leben vorbereiten.
Fortsetzung folgt


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