Donnerstag, 22. Februar 2018

 
Mittwoch, 24. Januar 2018

OSTELBIEN

Schneeglöckchen statt Schneeflöckchen

Schneeglöckchenexperte Dr. Harald Alex. Daneben der Eingang des Schneeglöckchengartens Döbrichau sowie die Sorte „Three Ships“ mit geblähten Segeln.Foto: TZ/Archiv/Dr. Harald Alex

PI/cw

Döbrichau. Es ist wieder soweit: Zeitiger als sonst beginnt die Schneeglöckchenblüte. Aus dem Garten von Dr. Harald Alex in Döbrichau (Feldstraße 5) wurde nun für die nächsten zwei Monate ein offener Schneeglöckchengarten, der kostenlos besucht werden kann.

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Im Vergleich zum vergangenen Frühling ist einiges dazugekommen: So konnte Alex die Anzahl der Schneeglöckchensorten von 60 auf etwa 120 erweitern. Darunter sind neun verschiedene Herbstblüher der Art Königin Olga, Schneeglöckchen aus Griechenland, die hier seit dem 2. Oktober geblüht haben und damit die Blühsaison der Schneeglöckchen auf etwa sechs Monate von Anfang Oktober bis Anfang April erweitert haben. Die Hauptblütezeit bleibt aber von Ende Januar bis Ende März. Insgesamt werden sich etwa 10 000 Blüten des bekannten heimischen Schneeglöckchens (Galanthus nivalis) öffnen.

Eine weitere Art ist das Große Elwes Schneeglöckchen aus der Türkei, das hier schon seit Jahren wächst und sich auch leicht über Samen verbreitet. Die Sämlinge  dieser Art sind sehr interessant, weil sich deren Blüten oft in der grünen Markierung unterscheiden. Eins davon blüht zeitig mit großen Blüten, die eine grüne Marke in Form eines Weinpokals zeigen. Bemerkenswert sind auch Schneeglöckchen mit gelben Ovarien und Markierungen, wie beispielsweise die Sorte „Wendys Gold“, die sich im Alexschen Garten  auch wohlfühlt.

Die Sorte, deren Blütezeit den Übergang von den Herbstschneeglöckchen zu den Frühjahrsblühern bildet, ist „Three Ships“, die in Döbrichau seit dem 16. Dezember 2017 blüht. Wenn man diese Sorte in voller Blüte sieht, versteht man, warum sie „Drei Schiffe“ heißt – wie drei Karavellen mit geblähten Segeln sehen sie aus.
Aber nicht nur der Schneeglöckchengarten in Döbrichau lädt in der doch eher grauen Jahreszeit zum Besuch ein. „Unsere Region bietet im Vorfrühling viele interessante Blütenplätze“, sagt Alex.

So lockt in wenigen Wochen der Friedhof Wildschütz und das benachbarte Grundstück Müller zur Krokusblüte. Auch Schneeglöckchen, Märzenbecher und gelbe Winterlinge öffnen dort ihre Blüten. In Torgau gibt es im Glacis mehrere Flächen voller Schneeglöckchen, die bisher nur Einheimischen bekannt sind. Auf diesen langjährigen Standorten haben sie sich natürlich über Zwiebelteilung und Samen verbreitet. Dabei kommt die natürliche genetische Variabilität der Art Galanthus nivalis voll zum Tragen, was diese Standorte besonders wertvoll macht.
In der Region Elbe-Elster ist der Schneeglöckchenpark Uebigau ein besonderes Erlebnis. Seit Jahren wird er mit viel Engagement von Klaus-Peter Manig und Hagen Engelmann betreut.

Dank Zusendungen von Schneeglöckchen aus ganz Europa ist hier ein internationaler Genpool dieser schönen Frühlingsblüher im Entstehen.
Auch im Pfarrgarten Saxdorf beginnt der jährliche Blütenreigen mit den Schneeglöckchen, Winterlingen, dem wildem Krokus und den blauen Scillas. Am 10. März findet dort der „Tag des offenen Gartens“ statt. Neben diesen Highlights gibt es hier noch viele weitere natürliche Standorte, wo Schneeglöckchen jahrelang blühen. Besonders an alten verfallenen Wohnplätzen und zugewachsenen Gärten, wie beispielsweise im Arzberger Ortsteil Ottersitz oder an der Kirchenruine Lönnewitz, sind es Schneeglöckchen, die noch dort wachsen. Daher werden sie als „Stinsepflanzen“ bezeichnet, wozu in Holland Pflanzen gezählt werden, die an Orten mit alten Steinen überleben. Das trifft auch auf viele Plätze zu, auf denen Siedlungsabfälle gelagert wurden.

Erstmals werden Naturstandorte unserer Gegend mit Hinweisschildern markiert, die auf den geschützten Status der Schneeglöckchen hinweisen. Historisch gesehen sind die Schneeglöckchen auch für Torgau interessant. Sie sind bereits im berühmten „Kreutterbuch“ des Torgauer Physikus Kentmann von 1563 als „kleine weiße Hornungsblume“ dokumentiert. Auch Katharina von Bora liebte Schneeglöckchen, die sie bereits im Kloster Nimbschen kennengelernt hatte und später in ihrem Garten am Lutherhaus in Wittenberg pflegte.

Als „Marienblume“ sind diese kleinen weißen Pflanzen vor allem in Klostergärten gepflegt worden und haben sich vor allem in England und Schottland zu großen weißblühenden Flächen entwickelt, die jährlich Tausende von Besuchern zu diversen Schneeglöckchenfestivals und Schneeglöckchentagen anziehen.
Als Symbol des beginnenden Frühlings sind Schneeglöckchen so bekannt und beliebt, dass sie in fast allen Haus- und Kleingärten einen Platz gefunden haben.
Wer sehen will, dass Schneeglöckchen nicht nur aus einer Art bestehen, sondern vielfältige interessante Blütenformen entwickelt haben, ist zu einem Besuch des Schneeglöckchengartens in Döbrichau herzlich eingeladen.


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