Samstag, 20. Oktober 2018

 
Mittwoch, 24. Januar 2018

NORDSACHSEN

Wälder ab sofort gesperrt

Auch gestern war hier am sogenannten S-Weg zwischen Altenhain und Kobershain kein Durchkommen.Auch Hagen Großmann vom Forstbezirk und Marie-Kristin Scholz vom Belgern-Schildauer Ordnungsamt waren gestern im Bereich Schildau unterwegs. Sie kontrollierten die Waldwege auf Befahrbarkeit.Foto: TZ/C. Wendt

PI/cw

Schildau/Nordsachsen. Während sich in den Forstrevieren die Profis ans Beräumen jener Schäden machen, die Sturmtief Friederike hinterlassen hat, sperrt der Landkreis aus Scherheitsgründen nun die Wälder.

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Das Betreten ist aufgrund schwerer Sturmschäden am Baumbestand und der daraus resultierenden Gefahren für die Menschen ab sofort untersagt. In einer von Landrat Kai Emanuel unterzeichneten „Allgemeinverfügung zur Sperrung des Waldes auf Grund extremer Gefahren durch Windwurf und –bruch“ heißt es: „In allen Gemarkungen aller Städte und Gemeinden ist das Betreten des Waldes sowie sämtlicher Waldflächen auf Grund des erfolgten Windwurfes und Windbruches und der daraus resultierenden extremen Gefahr herabstürzender gebrochener Baumkronen, entwurzelter, angeschobener und hängender Bäume für jedermann untersagt.“

Vorsätzliche Verstöße gegen diese Allgemeinverfügung können demnach mit Geldbußen bis zu 10 000 Euro sanktioniert werden. Für Waldbesitzer, deren Beauftragte und Beschäftigte sowie für Behörden und Jagdausübungsberechtigte gilt die Sperrung des Waldes und sämtlicher Waldflächen nicht. Der Wortlaut der Allgemeinverfügung ist auf der Homepage des Landkreises Nordsachsen  nachzulesen.

Geringere „Kampfkraft“ als im Landeswald

Schildau. Im Grunde genommen war es egal, welches Ziel sich die Torgauer Zeitung gestern aussuchte. In jedem Revier des Forstbezirks Taura hatte der Sturm Friederike gewütet und enorme Schäden hinterlassen. Mittlerweile schätzt Jan Glock, Leiter des Forstbezirks, den Schaden auf etwa 150 000 Festmeter Holz, was etwas mehr als der gesamten jährlichen Einschlagsmenge entspricht.
Im Landeswald haben die Arbeiter daher alle Hände voll zu tun. Nachdem als erstes der Beräumung der Wege Aufmerksamkeit geschenkt wurde, geht es nun in die Bestände.

Dort war gestern beispielsweise auch Forstunternehmer Jochen Steiner aus Neuhaus aktiv. Bereits vor Friederike schon gebucht, hat es der Thüringer im Schildauer Revier statt stehender Bäume nun zumeist mit umliegenden zu tun. Meter für Meter fraß sich die Maschine durch das Dickicht.
Schildaus Revierförster Christian Huster, der ein 5300 Hektar großes Privatwaldgebiet betreut, schätzt den Schaden, den der Sturm hier hinterlassen hat, auf 25 000 Festmeter. Um davon eine Vorstellung zu haben, veranschaulicht er: „Ein Harvester allein hätte bei der Aufarbeitung eines solchen Volumens zwei Jahre zu tun.“

Huster hat derzeit mächtig viel um die Ohren. Vor allem seinen alten „Handy- Knochen“. Dessen Akku reicht normalerweise mehrere Tage lang. Doch nur am Montag suchte Huster drei Mal den Weg zur Aufladestation. Das Telefon klingelte pausenlos. Kein Wunder bei insgesamt 1250 potenziell geschädigten Waldbesitzern. Ihnen steht Huster mit Rat und Tat zur Seite. Schon deshalb, weil die „Kampfkraft“ von privaten Waldbesitzern im Vergleich zum Landeswald recht klein ist. Und dennoch gilt es auch hier, die Spuren von Friederike so schnell wie möglich zu beseitigen. Größtes Problem im Schildauer Revier sind die vielschichtigen Eigentumsverhältnisse. Einfach mal hier und da einen Weg freizuschneiden funktioniert nicht. Hier müssen alle Eigentümer mitziehen.

Huster appellierte im Gespräch mit der TZ an alle privaten Waldbesitzer, nicht vorschnell ihr Eigentum abzugeben. Ihm seien auch bei Friederike wieder Fälle bekannt geworden, bei denen Dritte Panik schürten, wonach die Beseitigung der Schäden horrende Kosten verursache. „Jeder sollte Ruhe bewahren. Im Falle von umgeworfenen Kiefern würde nach der Aufarbeitung durch Firmen noch immer ein Reinerlös von derzeit 20 bis 40 Euro pro Festmeter für den Waldbesitzer bleiben.“
Huster fungiert in diesem Zusammenhang als Schaltzentrale zwischen Waldbesitzern und Forstfirmen. Deswegen ist er auch über jeden Privaten froh, der seine Daten im Waldbesitzerverzeichnis auf dem aktuellen Stand hält. Vielfach würde nach Besitzerwechseln ein Ansprechpartner in derartigen Notlagen – wie sie Friederike nun mal heraufbeschworen hat – fehlen.

Der Sturm hatte am vergangenen Donnerstag im Schildauer Revier vor allem auf der windabgewandten Seite der Hohburger Berge sowie im Bereich des Schildauer Schildbergs für großflächige Würfe in Kiefernbeständen gesorgt. Ebenso betroffen waren Teile von Fichten- und Lärchenbeständen. Im Bereich Schmannewitz sorgte Friederike eher für Einzelwürfe. Doch ob großflächig oder vereinzelt – bei einem unsachgemäßen Umgang mit der Technik setzen Private ihre Gesundheit oftmals aufs Spiel.

Sogenannte Hänger (verkeilte und unter Spannung stehende Bäume) könnten nach Ansicht von Huster nur von Profis mit entsprechender Technik entschärft werden. Und noch einen Hinweis hat der Revierförster für betroffene Waldbesitzer parat: Für eine Wiederaufforstung gibt es eine bis zu 75-prozentige Förderung. Auch bei der Antragstellung könne er Unterstützung geben.
Zuletzt richtete Huster nochmals einen großen Dank an alle Feuerwehrleute, die an jenem Sturmabend sowie dem nachfolgenden Freitag flächendeckend zur Gefahrenabwehr ausrückten.


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