Donnerstag, 22. Februar 2018

 
Donnerstag, 8. Februar 2018

OSTELBIEN

Beilrode holt zum Kraftakt aus

Das Bahnhofsgebäude – aktueller Zustand.Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Vom Schandfleck zum Vorzeigeobjekt? / Gemeinde will Bahnhof und Bahnhofsumfeld entwickeln / Generationenbahnhof Erlau ist Vorbild

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Beilrode. Bürgermeister René Vetter hat den Beilroder Bahnhof in diesem Jahr zur Chefsache erklärt, will unbedingt am jetzigen Zustand etwas ändern. Lange genug war der Backsteinbau dem Verfall preisgegeben.

„Das Thema „Bahnhofsgebäude und Bahnhofsumfeld Beilrode“ wird 2018 in der Gemeindeverwaltung hoch im Kurs stehen. Auch wenn bisher außen noch nicht viel zu sehen ist, wird im Gemeindeamt fleißig an den vorbereitenden Maßnahmen dazu gearbeitet“, erklärte das Oberhaupt bei der letzten Ratssitzung. Im Januar waren Vetter, Jochen Pulver, als stellvertretender Bürgermeister und Bauamtsmitarbeiter Steffen Kretzschmar zu Gast in Erlau (Mittelsachsen). Dort entstand aus einem fast abbruchreifen Bahnhofsgebäude ein kleines Schmuckstück – „der Generationenbahnhof Erlau“. „Die Bedingungen dort sind vergleichbar mit unserer Gemeinde. Uns ging es bei dem Besuch darum, wie das Projekt umgesetzt wurde und dass wir mit den verantwortlichen Personen ins Gespräch kommen“, so Rene Vetter.

Die Beilroder Steffen Kretzschmar (links/Mitarbeiter Bauamt), Bürgermeister René Vetter (2.v.r.) und Vize-Bürgermeister Jochen Pulver (r.) mit den Gastgebern aus Erlau am dortigen Generationenbahnhof.


Und die Erlauer, mit Bürgermeister Peter Ahnert und Projektleiterin Jana Ahnert, nahmen sich für die Delegation aus Beilrode viel Zeit und gaben vielfältige Informationen, von der Idee, über die Finanzierung, der Sanierung bis hin zur Fertigstellung. Der Generationenbahnhof Erlau wurde im Sommer 2017 offiziell eingeweiht und umfasst eine Seniorentagespflege, einen Zahnarzt, sowie einen Bürgersaal und Büroräume. Die Beilroder waren begeistert. „Man konnte dort sehr viele Fördermittel über das LEADER-Programm nutzen. Die baulichen Aktivitäten übernahm die Gemeinde, für die inhaltliche Umsetzung wurde extra ein Verein gegründet“, gab der Bürgermeister Einblick. Wie ein solches Projekt auch in Beilrode umsetzbar wäre, ist nun die große Frage und Gegenstand der Untersuchungen.

Die ostelbische Gemeinde hatte das Grundstück 2016 für 10 000 Euro gekauft. Schon im vergangenen Jahr wurde einiges getan, um das Areal wieder ordentlich zu gestalten. Bauhof-Mitarbeiter beseitigten Wildwuchs, kleine Bäume und Sträucher. Zum Grundstück, das die Gemeinde von der DB übernommen hat, gehört neben dem Hauptgebäude und dem Toilettenhaus mit Schuppen noch die Verladerampe rechter Hand. Insgesamt umfasst das Grundstück rund 2500 Quadratmeter Fläche. Hinzu kam im Herbst noch das sogenannte Bahnerhäuschen – ein separates Areal in unmittelbarer Nachbarschaft.

 „Die Entwicklung des Bahnhofsumfeldes und des Bahnhofsgebäudes Beilrode ist für ganz Ostelbien wichtig! Der S-Bahn- Haltepunkt nach Leipzig ist von hoher strategischer Bedeutung“, spielte Bürgermeister Vetter auf die Hintergründe an, die den Kraftakt nachvollziehbar machen. Die Gemeinde steht für die weiteren Schritte in Gesprächen mit der Deutschen Bahn, dem Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig und dem Landratsamt Nordsachsen. Auch der angestrebte Status als „Grundzentrum“ sei in diesem Zusammenhang für die weitere Entwicklung Ostelbiens sehr wichtig. „Wir wollen und brauchen diese Chance!“, gibt sich das Gemeindeoberhaupt kämpferisch.

Doch zurück zum Bahnhofsumfeld: Sehr froh ist man im Nachhinein, dass es mit dem Erwerb des Bahnerhäuschens gelang, das noch fehlende Grundstück zu übernehmen. Damit befinden sich alle notwendigen Flächen in kommunaler Hand. Sobald die Planungen spruchreif sind, werden diese allen interessierten Einwohnern öffentlich vorgestellt. „Die Gemeinde möchte schnell vorankommen. Letztendlich wird die Planung und Umsetzung, wie überall, aber abhängig von den finanziellen Möglichkeiten sein, betonte Vetter.  


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