Freitag, 27. April 2018

 
Donnerstag, 5. April 2018

MOCKREHNA

"Irgendeinen trifft es immer"

Am Tisch des Gemeinderats sprachen sich Gisela Richter (l.) und Günther Burkhardt (beigefarbene Jacke, im Hintergrund) mehrfach gegen einen Penny-Standort an der Kirche aus.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Lange mussten die Zuhörer der Mockrehnaer Gemeinderatssitzung am Dienstagabend nicht bis zur Bürgerfragestunde warten.

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Mockrehna. Obgleich am Ende der Tagesordnung des öffentlichen Teils, nahm das Vorspiel nicht jenen Zeitrahmen ein, wie vielleicht von manch einem erwartet. Und das, obwohl es auch um die Stellungnahme der Gemeinde zur Fortschreibung des Regionalplans ging.

Es war an Gisela Richter, der Diskussion über den geplanten Penny-Standort im Pumphutort aus Sicht manch eines Bürgers neuen Schwung zu geben. „Ich kann den Standort an der Kirche einfach nicht akzeptieren“, sagte sie.
Richter appellierte an sämtliche Gemeinderäte, sich in die Lage der Anwohner zu versetzen und einem Umzug einen Riegel vorzuschieben. Dabei führte sie unter anderem die schwierige Verkehrsanbindung des Areals an die Bundesstraße 87 an, die dazu führen werde, dass sich die Unfallzahlen erhöhten. Von der Lärmbelästigung ganz zu schweigen. Darüber habe sie beispielsweise mit Gemeinderätin und Schulleiterin Rosemarie Krieglsteiner gesprochen. Und diese habe ihr gegenüber von Lautstärken berichtet, die eine Schließung von Fenstern zur Folge hätten.

Auch Günther Burkhardt kritisierte die angedachte Verkehrsanbindung über das Wohngebiet Am Gassenteich. Dies sei aufgrund der Enge der Straße keine Lösung. Zudem würde das Dorfbild durch den Standort neben der Kirche verschandelt. „Scheinbar gibt es hier gewisse Lobbyisten...“, richtete er das Wort in Richtung der gewählten Bürgervertreter. Burkhardt vermutet, dass man sich in dieser Angelegenheit festgefahren habe und nun die Planung einfach durchziehen wolle.

Dem hielt Bürgermeister Peter Klepel entgegen, dass noch nichts entschieden sei. „Alles ist offen.“ So solle zur kommenden Gemeinderatssitzung erst einmal über die schriftlich eingereichten Stellungnahmen vieler Anwohner des Wohngebiets entschieden werden.
Doch das hielt Carola Thieme am Dienstagabend nicht davon ab, das Wort Gefängnis in den Mund  zu nehmen. Ihr Grundstück wäre vom Verkehr besonders hart gebeutelt. Wie solle man da noch seinen Garten genießen können, fragte sie. Thieme hatte bereits nach einer Einwohnerversammlung im Januar in der Torgauer Zeitung die Problematik einer zu engen Zufahrt angesprochen. Sie bezweifelt, dass die erforderliche Breite von 5,55 Meter, was einen Begegnungsverkehr von Lkw und Pkw ermöglicht, eingehalten werden kann.

Gemeinderat Detlef Bölke wollte jene Bedenken aber nicht teilen. „Das funktioniert“, sagte der Langenreichenbacher. Und Bürgermeister Klepel schob nach: „Privatland wird nicht angetastet.“
Und dann überraschte Klepel plötzlich mit der Information, dass wenigstens der Lkw-Anlieferungsverkehr womöglich aus Richtung B87 erfolgen könnte. „Verschiedene Varianten sind hier denkbar“, sagte der Bürgermeister, der noch gewissen Feinschliff bei der Planung sieht. Zu mehr Details ließ sich Klepel indes nicht hinreißen, wohl auch deswegen, weil man noch auf eine Stellungnahme des Landesamts für Straßenbau und Verkehr (dieses hatte eine geplante Linksabbiegespur von der B87 zum angedachten neuen Penny-Standort abgelehnt) wartet.

Warmgelaufen, redete Klepel dann Klartext: „Penny will an die Bundesstraße. Will gesehen werden. Im Gewerbegebiet ist bis auf eine Fläche nichts mehr frei. Und jene letzte Fläche ist nicht nur zu klein, sondern auch mit Versorgungsträgern überzogen.“ Einem vorgeschlagenen alternativen Standort in Höhe der Wohnblöcke erteilte er eine Absage. „Dieser liegt planungstechnisch im Außenbereich. Für Penny uninteressant.“
Weil danach die Diskussion sogar darauf hinauslief, dass vorgeschlagen wurde, dass Penny doch auch in eine andere Gemeinde ziehen könne, meldete sich ein sichtlich genervter Dietmar Schneider (Ortsvorsteher Strelln) zu Wort: „Seid doch froh, dass ihr was habt!“ Er selber müsse sieben Kilometer fahren, um einkaufen zu können.

Das Schlusswort oblag schließlich einem, der sich bis dahin zurückhielt: Mockreh-nas Ortsvorsteher Bernhard Wagner. Anlass waren Stimmen, die dem Ortschaftsrat vorwerfen, dass dieser sich für Penny stark gemacht habe. „Das stimmt einfach nicht“, sagte Wagner. Es gebe Befürworter und Gegner des Projekts auch im Ortschaftsrat, dessen Zustimmung zur Planung noch unter anderen Voraussetzungen erteilt worden sei. Wagner meinte hier die mittlerweile verwehrte Linksabbiegespur von der B87.
„Ich selbst habe in der Nachbarschaft viele, die sich gegen den Umzug aussprechen“, sagte der Mockrehnaer. Allerdings gebe es auch viele, die davor warnen, dass sich Penny aus Mockrehna verabschieden könnte. Auch für ihn sei der Standort an der Kirche nicht optimal, eher sogar bescheiden. Doch der ein Alternativstandort an den Wohnblöcken sei aus seiner Sicht zu risikobehaftet. Und dann richtete Wagner noch an  Carola Thieme, die er seit Jahrzehnten gut kennt, eine persönliche Botschaft: „Carola, ich will mit dir oder anderen Betroffenen wahrlich nicht tauschen. Aber irgendeinen trifft es immer.“


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