Samstag, 22. September 2018

 
Freitag, 6. April 2018

BELGERN-SCHILDAU

Bekenntnis für die Heideknirpse

Für die Kindertagesstätte in Neußen soll ein Ersatzbau her.Foto: TZ/Archiv (C. Wendt)

von unserem Redakteur Christian Wendt

So etwas gips doch gar nicht ... Risse hier, Risse da. Punktuell mit Rissmarken versehen. Manch Tür lässt sich schon kaum noch schließen. Nicht nur kein schöner Anblick, sondern irgendwie befremdlich.

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Neußen. Die Neußener Kindertagesstätte Heideknirpse feierte im Juni 2009 ihren 50. Geburtstag. Die Stadträte legten am Mittwochabend im Schildauer Ratssaal den Grundstein dafür, dass trotz der mittlerweile eingetretenen massiven Schädigung am Mauerwerk noch etliche Jahre dazukommen werden. Einstimmig fasste das Gremium einen Grundsatzbeschluss, wonach der ländliche Kita-Standort durch einen Neubau auf Jahre gesichert sein wird.
Wann konkret gebaut werden soll, wurde während der Sitzung zwar nicht genannt, doch weil die für den Bau angesetzten 850 000 Euro bereits im aktuellen Haushalt eingepreist sind, dürfte ein alsbaldiger Baubeginn bevorstehen.

Jene Bausumme ist Pi mal Daumen geschätzt. Grundlage sind die Erfahrungen, die die Stadt mit dem Neubau des Schildauer Hortes gemacht hat. Pro Platz wird demnach mit Kosten von 25 000 Euro gerechnet. Die Plätze teilen sich dabei in zehn Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahre, 24 Plätze sind Kindern oberhalb jener Grenze vorbehalten. Weil die Kindertagesstätte aktuell über 25 Betreuungsplätze verfügt, wird sich somit die Kapazität deutlich erhöhen.

Wie dringend der Grundsatzbeschluss war, bewies die Aussage von Bürgermeisterin Eike Petzold, wonach ohne Beschluss die Schließung der Einrichtung im Raum stehe. Deutlich plastischer formulierte es da schon Stadtrat Martin Böttger (FWG): „Wenn wird heute nicht beschließen, wird uns die Bude irgendwann zusammenbrechen.“
Monatelang gab es Diskussionen über die Gründe, warum die Kita zur drohenden Bruch-Kita mutiert. Kritiker hatten der Verwaltung vorgeworfen, dass bei Arbeiten an der Abwassergrube bestimmte Bodenschichten durchstoßen worden seinen, woraufhin sich der Hang – begünstigt durch eindringendes Regenwasser – in Bewegung setzte.

Bürgermeisterin Eike Petzold hatte diese Vermutung jedoch zurückgewiesen. Bei den Arbeiten an der Grube sei nur an der Technik etwas verändert worden. Die Kubatur der Anlage habe man nicht angepackt.
Demnach macht sich der Untergrund auch ohne technischen Eingriff mehr und mehr selbstständig. Ein Gutachter wurde eingeschaltet, um die Stabilität des aus Braunkohle, Ton und Sand bestehenden Untergrunds auf dem gesamten Areal zu untersuchen. Auf seinen Untersuchungsergebnissen basiert nun der Beschluss, den Neubau hinter der bestehenden Kita zu errichten. Das heißt, dass der modular aufgebaute Eingeschosser in Richtung ehemaliger Freilichtbühne versetzt wird.

Die Sicherung des Kita-Standorts Neußen  wollte Bürgermeistern Petzold auch dahin verstanden wissen, dass sich die Stadt ihrer Verantwortung in der Fläche bewusst ist. „Wir bleiben in den Ortsteilen. Wir zentralisieren nicht“, sagte sie.
Bei dem nun angestrebten modularen Neubau will man auch auf die Erfahrungen zurückgreifen, die die Stadt beim Neubau des Vereinsheims des SV Roland Belgern sammelte. Stadtrat Matthias Schulze (Grüne) regte an, dass im besten Fall so geplant werden solle, dass die Kita später bei Bedarf noch erweitert werden kann.

Obgleich an der wenig später getroffenen Entscheidung gewiss nicht gerüttelt werden sollte, gab es während der Diskussion indes noch zwei kritische Anmerkungen: Die erste ging auf das Konto von Stadtrat Peter Stracke. „Bedeutet der Grundsatzbeschluss tatsächlich, dass wir um jeden Preis bauen werden?“ wollte der CDU-Mann wissen. „Ja“, entgegnete ihm die Bürgermeisterin. Eine Millionen Euro seien im Haushalt über Kreditaufnahme hierfür vorgesehen.
Die zweite Anfrage oblag Jochen Werner (Freunde der Feuerwehr). Werner, selbst Stadtwehrleiter, äußerte mit Blick auf den folgenden Tagesordnungspunkt Brandschutzbedarfsplan dahingehend Bedenken, dass die Stadt in seinen Augen mit zweierlei Maß messe. So habe es hinsichtlich der Investitionen in den Bereich Feuerwehr immer geheißen, dass nur mit Fördergeldern investiert werden könne – eine Aussage, der Bürgermeistern Petzold jedoch sofort widersprach.

Übrigens: Zum Inhalt der Beratung des Brandschutzbedarfsplans der Stadt Belgern-Schildau gibt es an dieser Stelle in Kürze etwas zu lesen. Bereits Anfang Februar war das Werk durch einen Mitarbeiter der Firma SIKONA im Belgeraner Bürgersaal vorgestellt worden. Daraufhin hatten einige Ortswehren eine Stellungnahme dazu abgegeben.


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