Samstag, 22. September 2018

 
Dienstag, 17. April 2018

TORGAU

Enthüllung der Woche: Abschied vom Schloss

Foto: TZ/Tiedke

von unserer Redakteurin Julia Tiedke

Torgau. CDU-Landtagsabgeordneter Frank Kupfer zieht gemeinsam mit Landrat Kai Emanuel an dem roten Samttuch, das den letzten Akt im Wirken des Inititivkreises Schloss Hartenfels verhüllt. Seit gestern Vormittag erinnert an prominenter Stelle im Eingangsbereich der ehemaligen Residenz auf dem „harten Fels“ eine Gedenktafel an die Erfolgsgeschichte des zu Anfang des letzten Jahres aufgelösten Vereins. Was darauf zu lesen ist und wer sich nun der großen Aufgabe annehmen wird, die historische Anlage zu erhalten und auch im Bewusstsein der Torgauer zu neuer Blüte zu verhelfen, lesen Sie hier:

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Torgau. Wenige Monate nach der Auflösung hat sich der Initiativkreis Schloss Hartenfels nun endgültig als Impulsgeber und Partner in Sachen Schlosserhaltung und -vermarktung verabschiedet. Wie bei der letzten vollständigen Mitgliederversammlung beschlossen, wurde nun am gestrigen Montagvormittag im Eingangsportal zum Schlosshof eine Gedenktafel enthüllt, die auf das Wirken des zwanzig Jahre lang aktiven Vereins hinweisen soll.

Dazu erschienen waren der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Initiativkreises und CDU-Landtagsabgeordnete Frank Kupfer, die Leiterin seines Torgauer Wahlkreisbüros Dr. Christiane Schenderlein, die ehemaligen Vereinsmitglieder Dr. Jürgen Herzog und Renate Mühlner sowie Elfie Werner von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Nordsachsen und Landrat Kai Emanuel.
Letzterer ist es auch, dem nun mit jener Gedenktafel nicht nur ein dezenter Hinweis auf Geschafftes, sondern vor allem Verantwortung hinsichtlich des Erbes des Initiativkreises übergeben wurde.

21 Zentimeter hoch und 29 Zentimeter breit ist sie, die Plakette zur Würdigung der Initiative des Vereins. Ausgewählt wurden zur Beschriftung laut Dr. Christiane Schenderlein die wesentlichen Projekte, aufgrund des Formats der Platte wäre eine vollständige Auflistung nicht möglich gewesen.

Mit seiner Auflösung habe man laut Kupfer ein erfolgreiches Kapitel im Bemühen um den Erhalt von Schloss Hartenfels als Torgauer Wahrzeichen abgeschlossen, aber die  Absicht, es auch dauerhaft zurück ins Bewusstsein der Menschen hier zu rufen, sei  eine andauernde Aufgabe. „Wir wissen das Schloss in guten Händen und sind, anders als bei Ihrem und Herrn Czupallas Amtsvorgänger Robert Schöpp sicher, dass Sie sich der Bedeutung des Schlosses als Glanzstück der Architekturgeschichte und Schauplatz reformationspolitischer Ereignisse bewusst sind.“ richtete er das Wort direkt an Landrat Kai Emanuel. Verweisend auf das finanziell umfangreichste Vorhaben des Initiativkreises, die Wiederherstellung des historischen Gewölbes im Schlossuntergeschoss, welches fortan als Lapidarium der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, bemerkte er den Stellenwert der Vereinsarbeit in Bezug auf die Identifikation der Torgauer mit ihrem Schloss.

Damals hatte der Initiativkreis mit Unterstützung der Agentur für Arbeit Maßnahmen für Arbeitslose und Arbeitssuchende entwickelt, die Ausgrabungsarbeiten voran zu bringen. Dass dabei auch die Kosten der Beräumungsarbeiten geringer gehalten wurden, als es mit einer professionellen Auftragsarbeit möglich gewesen wäre, sie ein positiver Nebeneffekt gewesen. „Am emotionalsten war allerdings die Wiederbeschaffung des sogenannten Torgauer Dreiklanges, des Hillger-Geläuts. Denn zwei der 1621 der Schlosskirche geweihten Glocken waren im Zuge des Dreißigjährigen Krieges nach Beyern in Ostelbien verbracht worden, während die dritte fortan im Geläut der Marienkirche erklang.

Mit Blick auf die farbenfrohe Innenhoffassade des Schlosses wechseln Landrat Kai Emanuel und CDU-Landtagsabgeordneter Frank Kupfer letzte Worte zum Thema Initiativkreis. Das alte Ziel soll auch das neue sein: das Schloss zu erhalten und mit Leben zu füllen.

Der Initiativkreis setzte sich nach seiner Gründung 1996 unter anderem aktiv dafür ein, jene Glocken zurück zu holen und am 7. Juni 1998 waren sie erstmalig anlässlich der 1025-Jahr-Feier der Stadt Torgau im Dreiklang mit Marienkirche und Nikolaikirche zu hören. „Ich habe alt eingesessene Torgauer hier über  die Brücke in den Schlosshof kommen und beim Klang der drei Kirchgeläute vor Rührung lächeln gesehen.“ Solche Reaktionen seien der Ansporn der Vereinsmitglieder, Spender und Sponsoren gewesen, sich immer wieder aufs Neue in Sanierungs- und Restaurierungsfragen ins Gespräch zu bringen und auch Ansätze für derartige Projekte zu liefern.

„Sicher ist es auch dem Wirken Herrn Kupfers im Landtag und großzügigen Spendern sowie Stiftern zu verdanken, dass gerade der repräsentative Eingang mit dem goldgefassten Wappen und der Innenhof samt professionell und detailgetreu restauriertem schönem Erker in neuem Glanz erstrahlen kann.“, resümierte Gründungs- und Vorstandsmitglied Dr. Jürgen Herzog. Auch habe man bis zum unmittelbaren Amtsvorgänger Emanuels, Michael Czupalla, kaum Gehör bei den Landräten, schwerlich sogar beim damaligen Landesvater Kurt Biedenkopf gefunden. „In der schlimmsten Phase, als die Treuhand das Schloss sogar verkaufen wollte, habe ich ihm einmal gesagt, Torgau sei genauso wichtig wie Heidelberg“, erinnert sich Herzog, „doch das wollte er damals nicht hören.“

Dass Hartenfels nur eins von vielen Alleinstellungsmerkmalen sei, das Menschen hierher locke und auch zum Immer-wieder-kommen einlade, sei eine Chance, die bei der Vermarktung der Stadt als Reiseziel, Tagungs- und Veranstaltungsort ergriffen werde müsse. Und mit einem Blick zu Emanuel: „Dass Sie sich in der Pflicht fühlen, erübrigt unser Engagement.“

Jener Pflicht, der Verantwortung, die nun auf ihn und den Landkreis als Schlossherr übergeht, scheint Kai Emanuel sich bewusst zu sein, zeigt er sich doch überschwänglich begeistert vom jahrzehntelangen Einsatz des Initiativkreises, zollt allen Mitgliedern Respekt für ihr Durchhaltevermögen und auch für die schwere Entscheidung, die Gemeinschaft aufzulösen, als sie, so die einhellige Meinung der anwesenden ehemaligen Mitglieder, ihren Zweck erfüllt hatte.

Als Erinnerung an diese Zeit und den Ini-tiativkreis als Akteur in der Schlossgeschichte hängt nun also eine metallene Tafel von der Größe eines A4-Blattes direkt neben dem großen Lageplan des Geländes. Auf die Frage hin, ob das nicht vielleicht etwas unscheinbar wirke und eine größere Plakette nicht passender gewesen wäre, gibt Dr. Christiane Schenderlein die Auflagen der Denkmalschutzbehörde zu bedenken, an denen man sich habe orientieren müssen.

Finanziert wurde sie durch einen Teil des Restvermögens des Initiativkreises, welches von Liquidatorin Arlette Sens verwaltet und planmäßig Anfang 2019 endgültig an den Landkreis übergeben wird. Was dann damit passiert? Wir haben vor, die Neptunsfigur auf dem Hofbrunnen restaurieren zu lassen, ist sie doch stark vom Moos in Mitleidenschaft gezogen worden.“, verrät Elfie Werner vom Denkmalschutz. Außerdem liefen die Planungen für einen zusätzlichen Aufzug, der elbseitig den Zugang für körperlich beeinträchtigte Personen erleichtern und das Renaissanceschloss dem Ziel der Barrierefreiheit einen großen Schritt näher bringen soll.

Der Landrat hat ein klares Ziel vor Augen: „Wir wollen die Leute einladen, das Schloss und die darin geöffneten Dauerausstellungen zu besuchen, Veranstaltungen wie die Internationale Sächsische Sängerakademie hier zu erleben und den Eindruck lebendiger Geschichte mit nach Hause zu nehmen. Auch zukünftig muss hier doch Leben rein!“ Nichtsdestotrotz hingen viele Projekte noch immer vor allem an der Vergabe von entsprechenden Fördergeldern, deshalb hoffe er, dass auch die bisher engagierten privaten Spenderinnen und Spender weiterhin ihrem Schloss an der Elbe gewogen blieben, sodass man mit vereinten Kräften diesen Hort der Geschichte erhalten und stets attraktiv vermitteln könne.


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