Dienstag, 21. August 2018

 
Freitag, 10. August 2018

BELGERN-SCHILDAU

"Die Einwohner müssen dahinter stehen"

Am 30. November 2017 konnte dank der Schildauer Fleisch- und Wurstwaren-Handels GmbH die Lebensmittel-Verkaufsstelle im Torgauer Ortsteil Beckwitz wieder in Betrieb genommen werden. Foto: TZ/Archiv

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Torgau. Unser Wirtschaftsmagazin "Wir sind die Guten" ist seit Donnerstag auf dem Markt. Ab sofort stellen wir Ihnen jeden Tag einen Artikel daraus kostenfrei zur Verfügung. Heute beginnen wir mit den Schildauer Fleisch- und Wurstwaren, die mit "Ihr Kaufmann" Versorgungslücken auf dem Land schließen.

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Wilfried Naumann handelt aus Überzeugung: „Wenn wir uns alle von der Region abwenden, dann geht das nicht gut!“ Deshalb standen er und seine Schildauer Fleisch- und Wurstwaren zuletzt immer wieder im Fokus, wenn sich Nahversorger aus dem ländlichen Raum zurückzogen. In Süptitz, Mockrehna, Beckwitz oder Weidenhain – insgesamt an neun Standorten, hält das Unternehmen die Versorgung der Menschen im Dorf aufrecht. Doch nicht nur das, wie Wilfried Naumann erklärt: „Mit unseren „Ihr Kaufmann-Filialen“ verfolgen wir das Konzept eines regionalen Nahversorgers im „Tante-Emma-Laden-Prinzip“. Denn wir sehen unsere Filialen in den ländlichen Gegenden als sozialen und kommunikativen Treffpunkt für Bürger, die nicht zwangsläufig den weiten Weg in die Stadt für ihren Einkauf auf sich nehmen können oder wollen.“

Die Entscheidung, an welchem Ort eine neue Filiale entsteht, wird nicht übers Knie gebrochen. Für Wilfried Naumann gilt hier ein klares Prinzip: „Die Dörfer müssen es wollen. Die Bewohner des Ortes müssen dahinterstehen.“ Ohne Eigeninitiative am künftigen Standort gehe es nicht. So wie zuletzt in Roitzsch. Nach den Vorgaben des Unternehmers richtete die Dorfgemeinschaft dort den Verkaufsraum her – „und wir bringen die Versorgungsleistung“, erklärt er. Natürlich müssen immer auch betriebswirtschaftliche Überlegungen angestrengt werden. „Aber diese Engagements entstehen nicht wegen der Dollarzeichen vor den Augen, sondern um zu funktionieren und die Leute dabei zu unterstützen, ihre Orte lebendig zu halten.“

Lebhaft sind auch die Aktivitäten der Schildauer Fleisch- und Wurstwaren bei der Unterstützung von Vereinen. Seit deren Aufstieg in die 2. Bundesliga fördert Wilfried Naumann die inzwischen zum Erstligisten gereiften Handballer des SC DHfK Leipzig. Auch die Feuerwehren, die Gewerkschaft der Polizei und Kitas der Gemeinde profitieren vom Unternehmen in der Sitzenrodaer Straße.

Lokale Vereine aller Bereiche stoßen  in Schildau auch auf offene Ohren. Prinzipien-Mensch Naumann macht allerdings klar: „Alle, die anfragen, werden gleich behandelt und müssen auch selbst etwas beitragen.“ So unterstütze er in der Regel mit sehr guten Preisen auf Grillwürste und Steaks, was den Vereinen wiederum größere Gewinnspannen ermögliche. Umfangreicher engagiert er sich bei großen Veranstaltungen in der Pferde-sportarena. „Wenn in unserer Stadt EM-Teilnehmer an den Start gehen und großartigen Sport zeigen, wollen auch wir Maßstäbe setzen.“ Das von seinem Unternehmen betriebene VIP-Zelt erfüllt genau diesen Anspruch und hat schon viele Fahrsportler schwer beeindruckt. 

Dieses Engagement ist auch deshalb für ihn Herzenssache, „weil die Mannschaft von Wolfgang Rühling für ihren Verein brennt“. Naumann hat selbst zehn Jahre lang den Doberschützer Heimatverein geführt, ist Friedensrichter und schätzt deshalb auch aus eigener Erfahrung die Arbeit von Ehrenamtlichen. 

Ehrenamtlich muss bei den Schildauern freilich niemand arbeiten. Auf 145 Mitarbeiter ist das Unternehmen aktuell angewachsen. Entsprechend wird im Jahr 2018 der Sozialbereich vergrößert, um konstant gute Bedingungen für die Mitarbeiter zu gewährleisten. Die profitieren beispielsweise auch von flexiblen Arbeitszeiten oder dem Personalverkauf. Um jungen Familien den (Wieder-)Einstieg ins Unternehmen zu erleichtern, gibt es zudem sogenannte Muttischichten. Die liegen so, dass außerhalb der Kita-Zeiten nicht gearbeitet werden muss. So sorgt Naumann nicht nur dafür, Versorgungslücken auf dem Land zu schließen, sondern auch für eine Belegschaft mit zukunftssicherem Altersdurchschnitt.


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