Montag, 17. Dezember 2018

 
Montag, 27. August 2018

NORDSACHSEN

Superschnelles Internet zunächst per Post

So sehen Glasfaserkabel aus.Foto: Telekom

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Nordsachsen. In diesen Tagen flattern vielen Immobilienbesitzern Schreiben ihrer Heimatkommunen ins Haus. Darin geht es um den Anschluss ihrer Immobilien ans Glasfasernetz.

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In diesen Tagen flattern vielen nordsächsischen Immobilienbesitzern Schreiben ihrer Heimatkommunen ins Haus. Darin geht es um den Anschluss ihrer Immobilien ans Glasfasernetz und damit um nichts weniger als den Zugang zum rasend schnellen Internet. 43 300 Haushalte und Unternehmen können so bis Ende 2020 mit wenigstens 50 Mbit/s am Netz hängen – der Rest mit wenigstens 30 Mbit/s. In den Schreiben geht es um die Zustimmung der jeweiligen Grundstückseigentümer, dass die Telekom die Glasfasern ins Haus legen darf – ohne weitere Kosten. Denn die Hausanschlüsse sind Teil des 100-Millionen-Projekts, das der Landkreis Nordsachsen initiiert hat.


„Für den Auf- und Ausbau dieses leistungsstarken Glasfasernetzes im Landkreis ist die aktive Mitwirkung aller Immobilieneigentümer wichtige Grundvoraussetzung. Denn um in den Genuss dieser hohen Internet-Geschwindigkeiten zu kommen, sind auch Umbauarbeiten an und in jedem Haus im Ausbaugebiet bis hinter die Wohnungstür nötig. Diesen Arbeiten müssen die Eigentümer ausdrücklich schriftlich zustimmen“, erklärt die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung.


Das Schreiben wird informieren, was zu tun ist, um die Immobilie ans Glasfasernetz anzuschließen. „Dabei gibt es Fristen zu beachten, damit der Glasfaser-Anschluss hergestellt werden kann. Im September und Oktober werden jeweils zwei Eigentümer- und Bürgerberatungen Antworten auf Fragen ermöglichen“, heißt es weiter.


Landrat Kai Emanuel hatte mit Mandat des Kreistages Anfang Juli den Zuschlag zugunsten der Telekom Deutschland für den Großteil des Glasfaserausbaus mit superschnellen Internetanschlüssen im Landkreis erteilt.


Die Anschlüsse bieten eine Geschwindigkeit von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (GBit/s) beim Herunterladen und bis zu 500 MBit/s beim Heraufladen an. Dafür wird die Telekom fast 833 Kilometer Glasfaser verlegen. Dabei wird auch das moderne Trenching-Verfahren eingesetzt. Es ist zeitsparend, nachhaltig und kosteneffizient im Ausbau, führt zu kürzeren Bauzeiten und somit zu weniger Belastungen für die Anwohner.


Bisher wurden die Telefon- und Internetsignale auf dem letzten Stück zwischen dem Verteilerkasten auf der Straße und dem Wohnungsanschluss auf einer Kupfer-Leitung übertragen. Im Kupferkabel nimmt die Geschwindigkeit mit zunehmender Länge des Kabels ab. Beim Glasfaser-Ausbau wird die Glasfaser-Leitung bis in die Wohnung oder ins Haus verlegt und endet erst hinter der Wohnungstür. Die Technik wird als „Fibre to the Home“ (FTTH) bezeichnet – auf Deutsch: „Glasfaser bis in die Wohnung oder bis ins Haus“.


Kupferkabel gibt es zukünftig also in diesem Telefonnetz nicht mehr; die Signale werden optisch übertragen. Für den Ausbau des Glasfasernetzes nutzt die Telekom vorhandene Leitungswege, Schächte, Leerrohre oder Sammelkanäle. Tiefbauarbeiten werden nur dort stattfinden, wo es nötig ist. Die Telekom beauftragt für die Arbeiten einheimische Firmen und sichert so Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region.


Mit dem Glasfaser-Anschluss haben die Bürgerinnen und Bürger, die im Ausbaugebiet wohnen, über eine einzige Leitung den schnellsten Zugriff auf das Internet. Darüber hinaus könnten zahlreiche andere Services genutzt werden, wie das Fernsehen via Internet oder die Nutzung von Online-Videotheken.
Glasfaser bietet die ideale Basis für zukünftige Dienste und Anwendungen wie Telemedizin, der Gebäudeautomation privater Wohnhäuser (Lichtsteuerung, Alarmanlagen, Heizungs- und Jalousien-/Rolladen-Steuerungen etc.), Online-Fortbildungen (E-Learning) und die elektronische Übermittlung des Stromverbrauchs (Smart Metering).


Auch Arbeiten via Home Office oder Videokonferenzen werden mit Glasfaser-Anbindung noch schneller und einfacher. Außerdem sind Glasfasern im Vergleich zu Kupferkabeln widerstandsfähiger gegen Störungen und altern nicht. Eine Immobilie mit Glasfaser ist für die Zukunft bestens gerüstet und eine Infrastruktur-Entscheidung für die nächsten 40 bis 50 Jahre

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