Montag, 17. Dezember 2018

 
Mittwoch, 10. Oktober 2018

BELGERN-SCHILDAU

Heidi liebt Rosinen

Carolin Stützel

Taura/Audenhain. Nicht nur die kleine Heidi auf dem Hof von Kuno Pötzsch freut sich über Futterspenden in der kalten Jahreszeit. Auch Esel Mogli, die Ponys Max und Susi aus Taura freuen sich.

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Auch wenn es das Wetter der vergangenen Wochen nicht unbedingt vermuten lässt, naht der Winter in großen Schritten. Eichhörnchen sammeln Vorräte, die sie verbuddeln und hoffentlich im Frühjahr wiederfinden. Igel begeben sich auf die Suche nach einem Laubhaufen, in dem sie überwintern können und viele Vögel fliegen in den warmen Süden. Doch einige Tiere bleiben den Winter über hier in Deutschland und haben durch gefrorenen Boden und allgemeine Nahrungsknappheit kaum etwas zu fressen, so zum Beispiel Wildtiere, wie Rehe oder Wildschweine. Ein Grund mehr, beim Sonntagsspaziergang nicht nur die schöne Herbstlandschaft zu bewundern, sondern sich auch mal zu bücken und die ein oder andere Kastanie, Eichel, Nuss oder Buchecker aufzuheben.  Die Tiere in den Tiergehegen in Taura und Audenhain beispielsweise freuen sich garantiert über Abwechslung auf ihrem Speiseplan.

Esel Mogli, die Ponys Susi und Max, Alpakas, zahlreiche Kaninchen und Ziegen, die im Tiergehege Taura leben, freuen sich zur Zeit über Fallobst, vor allem über Äpfel. Auch trockenes, aber nicht verschimmeltes Brot mögen die Tiere, genauso wie ein Bund Heu oder Karotten. Das Rotwild, das eines der Gehege bewohnt, freut sich über Kastanien, Eicheln und Kürbisse. „Exotische Früchte hingegen sollen die Tiere nicht fressen, die sind nicht gut für die Gesundheit“, sagt Tobias Höll vom Förderverein.

Futter zum Tiergehege Taura bringt man am besten vormittags vorbei. Zwischen 7.30 Uhr bis 11 Uhr ist jeden Tag ein Betreuer vor Ort, der die Spenden annimmt.
Auch Kuno Pötzsch aus Audenhain, leidenschaftlicher Tierschützer, nimmt gern Futter für seine vierbeinigen oder auch gefiederten Schützlinge an. Auf inzwischen 110 Hektar leben nicht nur Rotwild und Wildschweine, die ihn seit der DDR begleiten, sondern auch Reh-, Damm- und Schwarzwild.

Seit zwei Jahren hält er Rentiere, im letzten Jahr zogen auch Steinböcke auf seinem Hof ein. „Es ist halt meine Macke“ gibt er lächelnd zu Protokoll. Die Tiere, die darüber hinaus in seinem Jagdrevier leben, bekommen ebenfalls im Winter von ihm Futter. Im vergangenen Jahr hat sich der Fuchs über die Lieferung gefreut und tatsächlich nur eine Nuss übrig gelassen, erzählt Kuno Pötzsch.
Vor seinem Hoftor hat er eine Tonne aufgestellt, in die gern Kastanien, Bucheckern, Eicheln und Walnüsse geworfen werden können. Jeden Abend leert er die Tonne und verfüttert den Inhalt. Einige Schulklassen konnte er schon animieren, für ihn zu sammeln. Pro voller Tonne, die die Kinder sammeln, gibt es einen kleinen Obolus für die Klassenkasse.

Die Klassen, die fleißig gesammelt haben, dürfen dann einen Wandertag im Audenhainer Wildtiergehege verbringen und auch mal eine Runde im Safari-Bus drehen. Dabei können die Kinder alle Fragen rund ums Wild loswerden und dabei die vielen Tiere aus der Nähe und der Ferne beobachten.

Doch nicht nur in den Gehegen ist viel zu entdecken. Bei einem Rundgang über den Hof des Audenhainers trifft man auf die kleine Heidi, die es sich oft auf ihrem Lieblingsplatz unter Bäumen gemütlich macht. Heidi ist ein Rehkitz, gerade mal fünf Monate alt. Am 28. Mai diesen Jahres hat Kuno Pötzsch sie selbst bei einem Revierrundgang gefunden. Das tierische Mädchen ließ die Zunge raushängen und quiekte unerbittlich nach seiner Mutter, die vermutlich von einem Zug erfasst worden war. Kurzerhand packte er das Rehkitz ein und päppelte es zusammen mit seinen Angestellten auf.

Im Gegensatz zu anderen Rehkitzen trank Heidi ganz selbstverständlich die Spezialmilch aus der Flasche. Andere Flaschenkinder zuvor mussten meist zu ihrem Glück gezwungen werden. Inzwischen ist Heidi putzmunter.
Sobald sie ihr Geweih abgeworfen haben, dürfen die anderen beiden Findelkinder, die in den vergangenen Jahren zu Kuno Pötzsch kamen, mit ihr auf dem Hof herumtollen. „Die dürfen hier auf dem Hof bleiben, bis sie nicht mehr wackeln. Und wenn in den nächsten Jahren noch fünf dazu kommen, ist das auch okay. Platz hab ich hier genug“, erzählt er.

Es kam auch schon vor, dass Leute mit einem Rehkitz auf dem Arm am Hoftor standen, weil sie das Kleine allein im hohen Gras gefunden hatten. Viele Kinder glauben, sie hätten Bambi gefunden und Bambi müsse man natürlich anfassen und streicheln. „Doch das ist fatal für die kleinen Kerlchen“, weiß Pötzsch. Die Mutter lasse ihr Junges im hohen Gras sitzen, um es vor Fressfeinden zu schützen. Mit seinem Fell sei es im Gras bestens getarnt. Da es keinen Eigengeruch habe, könnten zum Beispiel Wildschweine es auch nicht erschnüffeln.

Findet man im Frühjahr ein Kitz im hohen Gras, sollte man es nicht anfassen und erstmal aus der Ferne beobachten. Die Mutter, die meist in der Nähe steht, sollte in den nächsten Stunden zum Säugen des Kitzes mal vorbeikommen. Tut sie es nicht, ist auch das kein Grund, den kleinen Racker anzufassen oder gar mitzunehmen. In solchen Fällen sollte man das zuständige Forstamt, den Jäger oder die nächste Wildtierstation kontaktieren. Die Experten werden sich dann um alles Weitere kümmern.


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