Donnerstag, 25. April 2019

 
Montag, 1. April 2019

TORGAU

Stern mit Köpfchen

Die B-Klasse vor dem BSZ Torgau.Foto: TZ/Stöber ?

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Torgau. Gruma präsentiert die neue Mercedes-B-Klasse: Der Lifestyle-Van hat Platz für die Familie und steckt voller Ideen, die ihn zu einem intelligenten Begleiter machen. Unser Test:

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Denim – so heißt der Stoff, aus dem traditionell Jeans gefertigt werden. Denim heißt auch der Blauton, in dem die neue Mercedes-Benz-B-Klasse lackiert ist, die Mercedes-Händler Gruma für den Autotest der Torgauer Zeitung zur Verfügung gestellt hat. Und tatsächlich lässt sich viel von diesem Wagen auf eine gute Jeans übertragen: Er passt perfekt und sieht richtig gut aus.

Mercedes ist es gelungen, die B-Klasse in ihrer seit Februar erhältlichen 3. Generation von ihrem eher biederen Image zu befreien. Die Eigenschaften, mit denen das Fahrzeug bei älterer Kundschaft punkten konnte, wie der hohe Einstieg, blieben erhalten und wurden mit Ideen kombiniert, auf die ein jüngeres Publikum anspricht. Aus der B-Klasse ist so ein kompakter Lifestyle-Van geworden.

Im Inneren bietet die neue B-Klasse mehr Platz, als es das elegante Äußere vermuten lässt – sogar etwas mehr als im Vorgänger. Gelungen ist das durch einige Kniffe in der Konstruktion. Langer Radstand und kurze Überhänge schaffen ebenso Raum, wie der nach vorne gerückte Motor – ein bewährtes Konzept in der B-Klasse. Hier gilt die Formel: kürzere Motorhaube = mehr Platz.

Hier tut der Mercedes etwas für die Bezeichnung Van: Fünf Erwachsene finden Platz, Familien werden sich nicht nur über die Isofix-Befestigungen für Kindersitze freuen. Auch das Kofferraumvolumen von 455 Litern ist standesgemäß, zudem es sich über eine verschiebbare Rückbank auf stattliche 705 Liter vergrößern lässt.
 
Wobei – die größte Erwartungshaltung galt vor dem Test weder dem Sitzkomfort noch der Linienführung. Die meiste Vorfreude hatte MBUX geweckt. Hinter der Abkürzung steckt das englische „Mercedes-Benz User Experience“ und dahinter die Idee, das Auto zu einem intelligenten Begleiter zu machen, der nicht nur Sprache versteht, sondern auch den Sinn von Worten erkennt.

Die kurze Ansprache „Hey Mercedes“ versetzt die künstliche Intelligenz in Bereitschaft, die fast alle Systeme im Auto vernetzt. Sie ist dann in der Lage, auf Wunsch die Sitzheizung einzuschalten, den Radiosender zu wechseln, einen Kontakt anzurufen oder das Navigationssystem mit einem neuen Ziel zu beschicken.

MBUX reagiert aber auch, wenn man seinem Mercedes mitteilt: „Mir ist kalt“. Aufgrund dieser Aussage wird die Temperatur der Klimaanlage angehoben. Wer seiner B-Klasse eröffnet, dass er Hunger hat, dem schlägt das Auto verschiedene Restaurants in der Umgebung vor – inklusive jeweils kürzester Route dorthin.

Doch MBUX verändert auch direkt den Innenraum. Vorbei sind die Zeiten ausladender Armaturenbretter. Das, was sich in der B-Klasse von der Fahrertür bis zur Höhe des Beifahrersitzes zieht, lässt sich am ehesten als lang gezogenes iPad beschreiben. Ins elegante Gehäuse sind in unserem Testwagen zwei Bildschirme eingelassen – der rechte mit Touch-Funktion.

Was und wie sie es anzeigen, lässt sich frei einstellen – in der Regel wird der Linke für Fahrerinformationen genutzt, während der Rechte Multimediasystem und Navigation abbildet.

Apropos Navigation: Hier wartet die B-Klasse mit einem besonderen Feature auf. Die Kamera, die auch für diverse Assistenzsysteme Bilder und Daten sammelt, spielt das Geschehen vor dem Auto in Echtzeit in die Zielführung ein. Gerade bei unübersichtlichen Kreuzungen mit vielen Einordnungsmöglichkeiten ist es so leichter, sich zu orientieren.

Überhaupt steckt in der neuen B-Klasse sämtliche High-End-Technik, die auch in der E- oder S-Klasse angeboten wird. Das Auto kann selbst parken, hält aktiv die Spur und den Abstand zum Vordermann, es kann per Blinkertipp selbst überholen und bremst, wenn Gefahr im Verzug ist.

Und: Es ist in der Lage, die Informationen und Fähigkeiten verschiedener Assistenten so miteinander zu verbinden, dass selbst der technikbegeisterte Testfahrer ins Staunen kommt. Mit nur einem Schalterklick am Multifunktionslenkrad werden gleichzeitig Abstands- und Spurhalteautomatik aktiviert.

Das Auto passt sich nun in der Geschwindigkeit dem Vordermann an. Geht es allerdings in eine 70er-Zone und das vorausfahrende Auto ignoriert dieses Limit, bremst die B-Klasse dank Verkehrszeichenerkennung ab und beschleunigt erst wieder, wenn die Zone vorbei ist.

Ähnlich verhält es sich bei Kurven, die das Fahrzeug anhand von verschiedenen Informationsquellen einschätzt und ebenfalls unabhängig vom vorausfahrenden Auto die optimale Geschwindigkeit zum problemlosen Durchfahren wählt und über den aktiven Spurhalteassistenten sanft das Lenkrad bewegt, um die Kurve im besten Radius zu durchfahren.

Unser Mercedes ist übrigens ein B 200 – in diesem Benziner sorgen 163 PS für ordentlich Vortrieb – übrigens über die Vorderachse. Unterwegs bedeutet das: Beides ist möglich, entspanntes Dahingleiten mit Kraftreserven und sportliches Fahren. Das siebenstufige Automatikgetriebe bringt die Pferde für jede Gangart optimal auf die Straße.

Zum Schluss doch noch etwas fürs Auge. Denn nachts ist das Innere der B-Klasse ein Erlebnis. Das Ambientelicht bietet schier endlose Einstellmöglichkeiten und schafft so einen ganz individuellen Innenraum. Beim Rausgucken helfen die LED-Scheinwerfer mit Multibeam-Technik.

Die passen sich nicht nur der Fahrsituation an, sie blenden bei Gegenverkehr auch einfach nur den Teil des Lichtkegels ab, der den Entgegenkommenden stört. Der Rest der Fahrbahn bleibt maximal ausgeleuchtet. Ist halt nicht nur schick, sondern auch ein helles Kerlchen, die neue B-Klasse von Mercedes.
 

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