Mittwoch, 18. September 2019

 
Freitag, 30. August 2019

TORGAU

Die allererste Feuerprobe

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Azubis geben Tipps zum Umgang mit der ersten Prüfung.

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Was wäre eine Ausbildung ohne Prüfungen? Besonders die erste große Zwischenprüfung ist für viele Azubis die erste große Feuerprobe, in der sie zeigen können, was sie drauf haben und wo noch Luft nach oben ist. 

Doch wie bereitet man sich am besten auf diese Reifeprüfung vor, was sollte man währenddessen beachten und welche Fehler sollte man auf jeden Fall vermeiden. 

Wir haben uns mit Auszubildenden verschiedenster Betriebe unterhalten und haben so manch guten Tipp bekommen.

Mustafa Fertich und Steven Pannier hatten ihre Zwischenprüfung vor knapp sechs Monaten, erinnern sich jedoch noch ganz genau an die stressige Zeit davor. In insgesamt drei Fächern mussten die angehenden Verfahrensmechaniker Glastechnik ihr Wissen unter Beweis stellen, was für sie zur echten Herkulesaufgabe wurde. „Ich wusste bereits im Vorfeld, dass ich mit dem Fach Elektrotechnik große Probleme habe“, erzählt Steven. „Also habe ich mich darauf besonders konzentriert und viel Zeit investiert. Ich habe mich bei Azubis aus den anderen Lehrjahren erkundigt, was gefragt wurde und mich auch im Internet dazu belesen.“

Für die beiden Azubis der Saint Gobain Flachglas GmbH in Torgau war vor allem eines wichtig: Das frühe Beginnen. „Man sollte es nicht so machen wie ich und alles nur vor sich herschieben“, mahnt Mustafa. „Und wenn man schon früh genug im Unterricht aufpasst, dann fällt einem das Lernen vor der Prüfung auch deutlich leichter.“

Für die 17-jährige Vanessa Blüthgen war es besonders die praktische Prüfung, die ihr im Vorfeld Herzklopfen bescherte. Die junge Torgauerin absolviert aktuell ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Kreiskrankenhaus „Johann Kentmann“ gGmbH und musste im Februar das erste Mal ihr Können beweisen.

Auch wenn sie sich vorher bei ihrer Arbeit mithilfe der Praxisanleiterin des Kreiskrankenhauses gut auf ihre praktische Prüfung vorbereiten konnte, ging sie doch mit Nervosität in die Prüfung. „Ich hab dann in der Zeit kurz davor einfach versucht, nicht mehr daran zu denken. In den Wochen vorher habe ich mich natürlich in der Klinik vorbereitet und zu Hause eingelesen, aber am Tag der Prüfung ist es das Beste, einfach einen kühlen Kopf zu bewahren und ganz ruhig an die Sache ranzugehen.“

Und auch während der Prüfung versuchte Vanessa, einfach nicht an den Test selbst zu denken und die beiden Prüfer, welche ihr die gesamte Zeit über die Schulter schauten, auszublenden. „Und dann hat eigentlich auch alles gut geklappt und ich konnte die Prüfung ruhig hinter mich bringen.“

Auch für Azubi Stephan Bielig war besonders die praktische Prüfung  eine spannende Herausforderung. Der 19-Jährige absolviert seine Ausbildung zum Brunnenbauer bei der blz Geotechnik Brunnenbau GmbH in Torgau und musste in seiner Zwischenprüfung unter anderem ein neun Meter tiefes Loch in die Erde bohren. 

„Wirklich vorbereiten kann man sich explizit auf die Prüfung eigentlich nicht“, erzählt der Auszubildende im 2. Lehrjahr. „Doch was mir sehr geholfen hat, war meine Zeit auf Montage.“ Regelmäßig war Stephan mit den Arbeitern der Brunnenbau GmbH auf Montage unterwegs und die ganze Woche zum Beispiel auf einer Großbaustelle in Berlin. „Und da nimmt man wirklich viel mit, was man für die Prüfung brauchen kann. Dort kriegt man nicht nur die einzelnen Arbeitsschritte beigebracht, sondern man lernt auch, im Team zu arbeiten und merkt direkt, wie es ist, in diesem Beruf zu arbeiten. Außerdem hatten die Kollegen bei fachlichen Fragen immer ein offenes Ohr und konnten mir, gerade mit Blick auf die Prüfung, immer weiterhelfen.“

Auch in Zukunft freut sich Stephan auf die Arbeit mit seinen Kollegen und die Zeit auf Montage. „Das ist für mich der spannendste Teil meiner Ausbildung, bei dem man meiner Meinung nach auch das meiste mitbekommt. Mein Tipp also für alle frischen Azubis: Bei der Arbeit immer fleißig mitmachen und sich bei Fragen immer an die Kollegen wenden.“

Nicht nur auf die Hilfe ihrer Kollegen, sondern auch auf die der Agentur für Arbeit will sich die 18-jährige Antonia Dachsel verlassen. Sie hat gerade das dritte Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bei den Stadtwerken Torgau erreicht und hat ihre Abschlussprüfung bereits fest im Blick. Ihre erste Feuerprobe hatte sie zwar schon mit dem ersten Prüfungsteil im März dieses Jahres, zufrieden mit dem Ergebnis war sie jedoch nicht. „Also will ich im nächsten Jahr dann richtig Gas geben.“ 

Und damit das auch nicht schiefgeht, hat sie bereits jetzt ihren Antrag für sogenannte ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) bei der Agentur für Arbeit abgegeben. „Das ist wie eine Art Nachhilfe für diverse Ausbildungsinhalte. Nur muss man sich dort so früh wie möglich bewerben, da die Plätze begrenzt sind.“ Teil der ausbildungsbegleitenden Hilfen ist nicht nur reine Nachhilfe, auch direkte Prüfungsvorbereitung oder Hilfe bei persönlichen Problemen im Betrieb stecken mit drin, genauso wie die Erstellung eines persönlichen Förderplans. Die Teilnahme an einer abH ist für den Azubi kos-
tenlos.

Für all jene, die trotz ausreichender Vorbereitung mit Herzrasen in ihre Prüfungen gehen, hat Antonia auch noch einen guten Tipp parat: „Ich habe mir Traubenzucker, Kaubonbons und eine Flasche Cola mit in die Prüfung genommen. Das hält den Blutzuckerspiegel oben und hilft, sich zu konzentrieren. Aber das beste Mittel gegen Nervosität vor der Prüfung ist immer noch eine gute Vorbereitung. Man muss einfach nur früh genug anfangen, im Betrieb und in der Schule aufmerksam sein und nicht vor Fragen zurückschrecken.“

 


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