Mittwoch, 18. September 2019

 
Sonntag, 8. September 2019

BELGERN-SCHILDAU

Ich hatte noch nie ein Veilchen

Die Schildauerin Lara Ochmann ist seit einem Jahr Profibxerin.Foto: TZ/Jack

von unserer Sport-Redakteurin Eileen Jack

Vor gerade einmal einem Jahr startete die junge Schildauerin Lara Ochmann ihre Profikarriere im Boxen, stand damals vor ihrem ersten offiziellen Profikampf.

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Inzwischen hat sie drei hinter sich, auch wenn der letzte – ein WM-Kampf, in dem sie als Ersatzgegnerin einsprang – nicht gewertet wurde. „Anfangs habe ich mich über diese Entscheidung schon ein wenig geärgert. Jetzt aber denke ich, was soll‘s. Ich habe verloren und das erscheint nun nicht in der Liste meiner Kämpfe“, sieht die 19-Jährige die Sache jetzt durchaus positiv. Sie selbst beurteilt den Kampf nicht als Niederlage. Sie habe so viele Erfahrungen daraus mitgenommen, so viel gelernt. „Da ist die Niederlage für mich dann doch ein Gewinn.“
„Ich wollte selbstbewusster werden“
Vor gerade einmal sieben Jahren wurde in Lara das Interesse am Boxen geweckt – jetzt ist es zur Leidenschaft geworden. Angefangen hat sie in Belgern mit Trainern wie Roland Werner und Achim Murre. Später übernahm Michael Hamann ihr Training. „Ihm habe ich wirklich viel zu verdanken“, sagt die junge Boxerin im Gespräch mit der Torgauer Zeitung. Geübt hat sie immer sonntags in der Sporthalle der ehemaligen Mittelschule in Belgern. „Ich hatte eine schwere Zeit damals in der Schule mit Mobbing und tatsächlich auch körperlichen Übergriffen. Ich wollte selbstbewusster werden, mich im Fall der Fälle auch wehren können. Deshalb bin ich damals zum Boxen gegangen“, erinnert sich Lara an die bewusste Entscheidung für diese Sportart. Ihre Eltern Jens und Doreen Ochmann haben ihr dabei immer den Rücken gestärkt.
Aktuell boxt Lara im Federgewicht, gilt aber eigentlich als Superbantam mit ihren gerade einmal 55,1 Kilogramm, die sie auf die Waage bringt. Als Federgewicht stieg sie auch wie eingangs erwähnt beim kürzlichen WM-Kampf in Münster in den Ring. „Drei Wochen vor dem Kampf habe ich Bescheid bekommen, dass ich als Ersatzgegnerin in Frage komme. Entsprechend habe ich mich intensiv vorbereitet. Mittwoch vor dem Kampf kam dann der Anruf, dass ich tatsächlich einspringen muss“, erzählt die 19-Jährige Profiboxerin. Trotz der Niederlage gegen Boxweltmeisterin Elina Tissen bekam sie von allen Seiten positive Feedbacks. Ihren Bekanntheitsgrad hat dieser Auftritt definitiv gesteigert. Das macht den Weg für weitere Kämpfe frei. Und genau die will Lara Ochmann unbedingt bestreiten. „Drei Kämpfe sind schon geplant, einer auf jeden Fall noch in diesem Jahr. Auch möchte ich gern deutsche Meisterin werden, allerdings steht die Genehmigung für den entscheidenden Kampf noch aus“, so die Schildauerin.
Training fünf Mal pro Woche
Lara gehört keinem speziellen Boxverein mehr an. Betreut wird sie von ihrem Management in Kiel, konkret von René Hildebrand. Deshalb kann sie auch relativ frei entscheiden, wo sie trainiert, nutzt die Hallen verschiedener Vereine der Region rund um Leipzig. Wenn sie nicht im Ring steht, dann absolviert sie ihre Ausbildung zur Ergotherapeutin in der Messestadt. Momentan wohnt sie in Eilenburg, plant aber ihren Umzug nach Leipzig. Das würde in Sachen Training einiges vereinfachen, denn die 19-Jährige trainiert im Regelfall vier für fünf Mal pro Woche, um sich auf die künftigen Herausforderungen vorzubereiten. In den vergangenen sieben Jahren hat sie als Amateurin etwa 16 Kämpfe absolviert und nur zwei davon verloren. „Ein paar Unentschieden waren neben den Siegen auch dabei“, erzählt sie und freut sich um so mehr, dass sie die ersten beiden Kämpfe ihrer Profikarriere gewonnen hat, einen durch technischen KO, einen durch einen klassischen Knockout. Aus dem Amateurbereich hat sich Lara Ochmann verabschiedet, weil es dort nur schwer ist, Gegnerinnen zu finden.
Nasenbruch durch Zufall entdeckt
„Als Profi habe ich ganz andere Möglichkeiten, Kämpfe zu bekommen. Und ich wollte schon immer Profiboxerin werden. Du bekommst andere Gegner und Herausforderungen. Und natürlich möchte ich gern um die Weltmeisterschaft kämpfen“, sagt sie mit einem Lächeln in Richtung ihrer Mutter. Für Doreen Ochmann war es anfangs schwer mit anzusehen, wie ihre Tochter in den Ring stieg und boxte. „Mittlerweile geht das besser. Ich weiß, was sie kann. Und es gab noch nie einen Kampf, in dem wir hätten Angst haben müssen“, erzählt die stolze Mama. Natürlich ist einer von Beiden, entweder Mama Doreen und Papa Jens, immer dabei, wenn für Lara ein Kampf ansteht. Ohne die Familie und ihren Freund würde die 19-Jährige nicht in den Ring steigen. Sie helfen ihr, stärken ihr den Rücken, geben ihr Mut.
Natürlich hat die hübsche Brünette auch schon einige Blessuren beim Boxen einstecken müssen. Ein Veilchen aber trug sie noch aus keinem Kampf davon. Und selbst wenn, dann würde sie es nicht abdecken, sondern dazu stehen, wie die Schildauerin selbst bewusst erklärt. Dafür aber war ihre Nase schon fünf Mal gebrochen. „Das haben wir aber nur durch einen Zufall bemerkt. Ich hatte Anfang 2018 einen Autounfall. Und beim Röntgen ist es dann aufgefallen.“

 

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