Samstag, 19. Oktober 2019

 
Freitag, 4. Oktober 2019

BELGERN-SCHILDAU

"Ich bin mir für keine Arbeit zu schade!"

Iris Voigt (Bildmitte) und ihre Mitarbeiterinnen Yvonne Kruppa (l.) und Monique Stelzer.Foto: privat

H. Landschreiber

Iris Voigt über Klassen und Schichten, Kommen und Gehen sowie Erfolg

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Belgern  Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt Iris Voigt, Inhaberin der Hauswirtschaftlichen Dienstleistungen in Belgern, warum sie sich am 1. Oktober 1999 selbstständig machte.

SWB: In Deutschland redet man gern von einer „Servicewüste“. Sie sind seit 20 Jahren selbstständig im Dienstleistungsgewerbe tätig. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Iris Voigt:
Rückblickend gesagt: Ich habe alles richtig gemacht! Durch gesundheitliche Probleme bedingt, gab es Höhen und Tiefen. Es war ein schwerer Anfang, der mit einem großen Willen, Ausdauer und Beständigkeit bewältigt wurde. Ich musste nach dem Besuch eines Existenzgründer-Seminars genau überlegen, ob ich der Selbstständigkeit gewachsen bin. Aber ich wollte es, und mit Ausdauer und Disziplin habe ich mich seit 20 Jahren behauptet.
Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, sich selbstständig machen zu wollen?
Die Idee wurde eigentlich aus der Not heraus geboren. Ich bin gelernte Laborantin, hatte aber keine Möglichkeit mehr, in diesem Beruf zu arbeiten. Später arbeitete ich in der Kindertagesstätte in Belgern, musste immer flexibel sein. 1999 war die Lage auf dem Arbeitsmarkt ziemlich aussichtslos, sodass ich überlegt habe, was ich machen kann. Ich bin mir für keine Arbeit zu schade: Auch wenn ich kein „Putzteufel“ bin, müssen diese Arbeiten verrichtet werden. Und so wurde eine Geschäftsidee daraus.
Wer nutzt Ihren Service?
Jung und Alt, private- und gewerbliche Kunden aus allen Klassen und Schichten. Der Bedarf und die Nachfrage sind im Laufe der Zeit enorm gestiegen. Besonders bei Zeitgenossen, die unter beruflichem Stress leiden, oder älteren Menschen.
Wie hat sich Ihr Unternehmen im Laufe der Jahre entwickelt?
Ich habe viele Jahre allein gearbeitet, später hatte ich eine Aushilfe. Das Auftragsvolumen ist Woche für Woche gestiegen. Aktuell beschäftige ich zwei Mitarbeiterinnen. Es gab aber auch eine Phase, wo es mir gesundheitlich nicht so gut ging und ich lange nach passenden Mitarbeitern gesucht habe.
Haben Sie Ihre Entscheidung je bereut?
Nein, nie! Es ging mit meinem Unternehmen stetig bergauf. Ich könnte zurzeit noch mehr Aufträge annehmen.
War es anfangs schwer für Sie, die Privatshäre Ihrer Kunden zu betreten?
Nein, damit habe ich kein Problem. Ich stehe auf dem Standpunkt, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, ehrlich und diskret.
Was ist ganz wichtig bei der täglichen Arbeit?
Ausdauer und Willen sind das A und O. Jeder Arbeitstag läuft anders. Meine Mitarbeiterinnen und ich müssen uns auf jeden Kunden einstellen. 16 Uhr Feierabend zu machen, gibt es in meiner Branche nicht. Ich muss mit einer ungeregelten Arbeitszeit leben, und auch mal abends arbeiten zu müssen. Unsere Spanne reicht von Reinigungsarbeiten jeder Art bis zum Fenster putzen und Gardinen waschen, also von oben nach unten in Wohnungen, Betrieben, Praxen und Kanzleien.
Alle Welt redet vom Fachkräftemangel und fehlendem beruflichen Nachwuchs. Sie auch?
Wenn es sich ergibt, würde ich noch jemand einstellen. Die Auftragslage lässt es auf alle Fälle zu.  Aber ich möchte kein schnelles Kommen und Gehen in meinem Unternehmen. Ich reagiere schon auf die alternde Gesellschaft, versuche auf die stetigen Veränderungen einzugehen.
Welche Neuerungen beziehungsweise Veränderungen sind das?
Personen mit Pflegegrad können Entlastungsleistungen wie Wäschepflege, beim Einkaufen,  oder bei Aufräumarbeiten gern nutzen. Das schafft Entlastung für die Pflegenden und deren Angehörige gleichermaßen. Auf Anfrage erledigen wir alles, was in unserer Macht steht.
Gibt es von Ihren Kunden schon einmal ein Dankeschön?
Das ist ganz unterschiedlich. Sagen wir es so: Unser Gewerbe ist mittlerweile anerkannt. Das war nicht immer so. Früher war ich die Raumpflegerin oder die Putzfrau. Mit Beständigkeit, Diskretion und Fleiß habe ich Erfolg in meiner Brancheund finde auf diese Weise meine Anerkennung.
Was bleibt zum Schluss noch zu sagen?
Mein Dank gilt meiner Familie, meinen Mitarbeiterinnen und nicht zuletzt meinen langjährigen Auftraggebern für ihre Treue.


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