Mittwoch, 11. Dezember 2019

 
Donnerstag, 21. November 2019

TORGAU

"Eine Mitgliedschaft macht Sinn"

Das Partnertreffen der LRE fand im Torgauer Rathaus statt.Foto: TZ/Perz

von unserer Redakteurin Elisa Perz

Torgau. In der vergangenen Woche fand das Treffen der deutschen Partner der Liberation Route Europe (LRE) in Torgau statt. Sowohl die Torgauer als auch die Vertreter der LREe reagierten dabei positiv auf eine mögliche Kooperation.

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Tritt Torgau der Liberation Route Europe bei? Wenn es nach den Anwesenden des Partnertreffens in der vergangenen Woche gehen würde, ist diese Frage wohl mit einem klaren „ja“ zu beantworten. Sowohl die Vertreter der LRE, wie die Route abgekürzt bezeichnet wird, als auch die anwesenden Torgauer (siehe Fazits) reagierten positiv auf eine derartige Kooperation. Die Diskussion über gemeinsame Projekte blieb in diesem Zuge nicht aus. Und vor allem eins davon klingt für Torgau vielversprechend: die Gründung einer deutschen Sektion am 25. April 2020 in der Elbestadt.

Die Sektion soll alle deutschen Partner der LRE als eine Organisation zusammenfassen. Dazu gehören aktuell neben den Mitgliedern der Liberation Route NRW und dem Rureifel-Tourismusverband zum Beispiel das Alliierten-Museum sowie das Deutsch-Russische Museum in Berlin-Karlshorst. Durch den Zusammenschluss soll die Struktur der LRE in Deutschland und damit auch die Kommunikation auf europaweiter Ebene verbessert werden.

Internationaler Hiking Trail

Der erste öffentliche Auftritt der gegründeten Sektion könnte im Mai in Berlin folgen. Jener Termin in der Bundeshauptstadt steht in Verbindung mit der Einweihung des internationalen Hiking Trails. Der Wanderweg basiert auf bereits bestehenden Wanderwegen und soll Länder, Regionen, wichtige Orte sowie Meilensteine der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs miteinander verbinden. Der Hauptweg führt dabei eine 3000 Kilometer lange Strecke von London nach Berlin entlang, die durch mehrere Nebenwege mit anderen bedeutenden Stationen des Krieges verknüpft werden soll. Nicht einfach durch das Kennzeichnen der Strecke auf einer Karte. Sondern durch sogenannte „Vectors“. Dabei handelt es sich um an Pfeilspitzen angelehnte Markierungen, die auf die Stationen hinweisen sollen. Vier Arten der „Vectors“ gibt es. Sie unterscheiden sich in Größe, Form und Aufbringungsmöglichkeit. Designt wurden alle von dem amerikanischen Architekt Daniel Libeskind, der unter anderem das Jüdische Museum in Berlin und das Imperial War Museum North in Manchester entworfen hat.

Solch eine Markierung könnte auch Torgau erhalten. Möglicherweise sogar kostenlos, da die beiden Bundestagsabgeordneten Martin Schulz, der zeitgleich Schirmherr der Route ist, und Marian Wendt bei dem zurückliegenden Treffen eine Kostenübernahme in Aussicht gestellt haben.

Basis- oder Bronzemitglied

Das tritt jedoch nur ein, sollte die Elbestadt eine Mitgliedschaft mit der LRE eingehen. Die Entscheidung darüber fällt der Stadtrat. Wahrscheinlich im Februar 2020 fällt der Beschluss. Bis dahin möchte die Stadtverwaltung alle Rahmenbedingungen für eine eventuelle Mitgliedschaft klären. Ein Punkt ist die Art der Mitgliedschaft. Vier verschiedene Formen stehen zur Wahl: die Basis-, Bronze-, Silber- und Goldvariante. Entsprechend gestaffelt sind die Beitragssummen – 500, 1500, 5000 oder 10 000 Euro fallen jährlich an – und die Gegenleistung der LRE für die Mitglieder. Für Torgau käme aller Voraussicht nach die Basis- oder Bronzeedition in Betracht.

Die Basisvariante beinhaltet beispielsweise die Präsentation auf der Internetseite und eine kurze Vorstellung im Reiseführer der Route, die Werbung mit der LRE-Marke sowie den Informationsaustausch unter den internationalen Partnern. Die Bronzemitgliedschaft umfasst unter anderem zusätzlich die Möglichkeit, auf Tourismusmessen vertreten zu sein und weitere Informationen sowie Audio- und Video-Material in sozialen Medien und mittels spezieller Apps für Touristen zu platzieren.

 

 

Fazit von ...

... Karl-Friedrich Potzelt, Stadtrat und Mitglied im Förderverein für die Jugendherberge: „Die Mitgliedschaft in der Liberation Route Europe wäre eine Bereicherung für Torgau. Durch die Projekte der Stiftung würden sich viele Vorteile für Torgau ergeben. Beispielsweise eine höhere, internationale Werbung und die unterschiedlichen Kontakte zu den Partnern. Gerade die Verbindung zu den Museen in Berlin könnte für uns nützlich sein. Hinzu kommt, dass die geplanten Studienreisen oder mögliche Jugendaustauschprogramme mehr Zulauf für die Jugendherberge mit sich bringen würden. Daher ist meine Meinung eindeutig: Eine Mitgliedschaft macht Sinn, auch weil die Kosten überschaubar sind.“


... Elisabeth Kohlhaas, Zuständige für die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit des Dokumentations- und Informationszentrums (DIZ): „In Torgau erfährt man, wie die Geschichte im Osten Deutschlands nach der Befreiung vom Nationalsozialismus 1945 weiterging. Anders als im Westen wurde hier die kommunistische Diktatur eingerichtet. In Torgau gab es gleich zwei sowjetische Speziallager. Das ist eine sehr wichtige Perspektive, die das DIZ Torgau gemeinsam mit der Stadt in die Liberation Route einbringen kann.“   

 

... Ulf Podbielski, Stadtrat und zweiter stellvertretender Vorsitzender des Torgauer Geschichtsvereins. „Die Begeisterung der angereisten Tourismusmanager, Museumsmitarbeiter, Bundespolitiker und des europäischen Vorstandes von LRE  für unsere Heimatstadt  Torgau und seine Geschichte war für mich ein sehr interessanter Aspekt des Treffens. Diese positive Resonanz ließ die Torgauer Teilnehmer spüren, welches Potenzial und welche Chancen unsere Stadt in Bezug auf Tourismus und im internationalen Geschehen besitzt. Jetzt gilt es, die sich daraus ergebenden Möglichkeiten kontinuierlich zu nutzen und weiter auszubauen. Für mich persönlich bedeutet die Beschäftigung mit Geschichte auch immer, den Blick für das politische Geschehen der Gegenwart und Zukunft zu schärfen. Und dies deckt sich auch mit den Ansätzen die LRE in ihren Projekten verfolgt. Der Vorschlag der bisherigen deutschen Mitglieder der LRE, im nächsten Jahr den Gründungskongress der deutschen Sektion in Torgau im Rahmen des Elbe Day abhalten zu wollen, sollte von der lokalen Politik unterstützt und die dazu notwendigen Schritte in die Wege geleitet werden.“


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