Sonntag, 8. Dezember 2019

 
Freitag, 22. November 2019

DREIHEIDE

Volles Haus zur Gemeinderatsitzung

Über 40 Menschen waren am Dienstag erschienen, um der Sitzung des Gemeinderats beizuwohnen. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Süptitz. HIT-Holz-Geschäftsführer Christian Pospiech suchte den Dialog mit den Bürgern und Gemeinderäten und präsentierte den fertiggestellten Lärmkataster.

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„So viel Publikum hatten wir hier wirklich noch nie.“ Über die hohe Beteiligung an der Dreiheider Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag war nicht nur der stellvertretende Bürgermeister Hans-Jürgen Fink überrascht. Zwar hatte das Thema der Lärmbelastung durch die Firma HIT Holz in Süptitz und Zinna in der Vergangenheit immer wieder Wellen geschlagen, dass zur Vorstellung des fertiggestellten Lärmkatasters nun aber über 40 Personen aus den beiden Ortschaften erschienen, damit hatte kaum jemand gerechnet. Zwei Stunden lang wurde präsentiert und diskutiert, sodass am Ende sogar die beinharten Kritiker der Bürgerinitiative „Wohnqualität für Süptitz“ ein Lob in Richtung des anwesenden HIT-Geschäftsführers Christian Pospiech aussprachen.

Lang und kompliziert

300 Seiten lang und hochkompliziert. So beschrieb der Geschäftsführer des holzverarbeitenden Unternehmens HIT Holz, Christian Pospiech, am vergangenen Dienstag den so genannten Lärmkataster, welchen er, zumindest in Auszügen, in der Sitzung dabei hatte und präsentierte. Über ein Jahr lang wurde dieser vom Leipziger Ingenierubüro Goritzka erarbeitet und in dieser Woche nun zur Prüfung an das Landratsamt übergeben. Über 600 Schallquellen aus 58 Betriebsbereichen flossen in den Kataster mit ein, wurden mit den rechtlichen Bestimmungen abgeglichen, mit entsprechenden Kontrollmessungen unterlegt und abschließend nach ihrer Lautstärke geordnet.

„Wir wollen uns der Diskussion nicht entziehen“, erklärte Pospiech den anwesenden Geminderäten und Bürger und betonte weiterhin, dass ihm Transparenz sehr wichtig sei. Es komme nicht nur darauf an, welche gesetzlichen Bestimmungen HIT Holz zu erfüllen habe, sondern auch auf das Wohlbefinden der Einwohner. Dementsprechend lang war auch die Liste an Maßnahmen, welche die Firma teilweise bereits angeschoben und teilweise in der nächsten Zeit auf der Agenda hat. So werden nachts unter anderem alle Öffnungen der Kraftwerke geschlossen um das Austreten von Schall zu verhindern, neue Technik ,wie etwa ein Entrinder oder so genannte Highlifter, wurde angeschafft und in der Logistik wurden Anpassungen für weniger Verkehr rund um das Werk vorgenommen.

Christian Pospiech war zu Gast in der Gemeinderatssitzung und stellte den Lärmkataster vor.

Die Spitzen sind wichtig

Primär sei es wichtig, die Lärmspitzen in der Nacht zu reduzieren, sagte Pospiech. An einen dauerhaften Geräuschpegel, wie er unter anderem in der Großstadt herrscht, könne sich der Mensch gewöhnen, lautes, unregelmäßiges Gepolter in der Nacht wecke einen jedoch trotzdem auf. Daher will man nun, zusammen mit den Bürgern, an der Eindämmung dieser Spitzen arbeiten. So wurde den Stadträten wie auch den Vertretern der Bürgerinitiative angeboten, sich direkt auf dem Gelände der Firma HIT Holz zu treffen, die verschiedenen bisher vorgenommenen Maßnahmen und die größten Lärmquellen zu besichtigen und anschließend über mögliche Lösungen zu beraten. Ein genauer Termin wurde jedoch noch nicht vereinbart, da man vorher dem Landratsamt die Gelegenheit zur Prüfung des 300-Seiten-starken Katasters geben wolle.

Lob von den Räten

Die ausführliche Vorstellung des Katasters durch HIT-Chef Christian Pospiech und Matthias Barth vom Ingenieurbüro Goritzka in Kombination mit dem angekündigten Termin vor Ort sorgte für  so manch freudig hochgezogenen Mundwinkel in den Reihen der Stadträte und Bürger. Hans-Jürgen Fink, der an diesem Abend Bürgermeister Wolfgang Sarembe vertrat, lobte das Engagement der Firma HIT Holz und betonte, dass man nun an den Quellen ansetzen müsse, die für das menschliche Ohr wahrnehmbar seien. Auch Peter Klepel, seines Zeichens Ortsvorsteher in Süptitz, bedankte sich bei Pospiech dafür, dass man sich nun um die äußerst unangenehmen Spitzen in der Nacht kümmere. „Erst letzten Samstag habe ich wieder bemerkt, wie laut es war. Da habe ich fast gedacht, es würde draußen grade ein Gewitter toben.“

Und sogar Ingbert Nitzsche, der in der Vergangenheit als Teil der Bürgerinitiative „Wohnqualität für Süptitz“ mit HIT Holz hart ins Gericht ging und mittlerweile Teil des Gemeinderates ist, bedankte sich dafür, „dass nach langem Gezerre jetzt der Kataster da ist.“

Sorgentelefon als Idee

Um auch in Zukunft den Dialog mit der Firma HIT Holz aufrecht erhalten zu können wurde von einem Bürger im Publikum vorgeschlagen, eine Art Sorgentelefon einzurichten, welches man direkt anrufen könne, wenn es wieder einmal laut wird. Denn oftmals komme es nachts von 22 bis 6 Uhr, also genau während einer bestimmten Schicht, zu einem starken Anstieg des Lärms. Um der Firma die Möglichkeit zu geben, den Lärm mit den entsprechenden Schichten abzugleichen und damit reagieren zu können, sei die Einführung eines solchen Telefons sinnvoll. Dem stimmte auch Geschäftsführer Pospiech zu. Man müsse sich jedoch überlegen, wen man in einem solchen Fall anrufen könne. „Das ist aber ein Thema, was während des Termins vor Ort besprochen werden kann.“

Die nächsten Schritte

Das letzte Wort in der fast zweistündigen Präsentation und Diskussion rund um den Lärmkataster hatte der stellvertretende Bürgermeister Hans-Jürgen Fink. Er fasste noch einmal die nächsten Schritte zusammen, die  in den nächsten Tagen und Wochen folgen werden. Das Landratsamt nimmt die Prüfung des Katasters auf und informiert die Gemeinde über einen ungefähren Fertigstellungstermin. Die Liste der bisher erfolgten sowie der geplanten Maßnahmen von Seiten HIT Holz’ wird an alle Gemeinderäte sowie an Vertreter der Bürgerinitiative ausgegeben. Und die Gemeindeverwaltung berät zusammen mit Räten und Initiative die Zusammenstellung der Delegation, die baldmöglichst hinter die Kulissen der Firma HIT Holz blicken kann.

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