Samstag, 6. Juni 2020

 
Mittwoch, 22. April 2020

TORGAU

Jetzt ist es amtlich: Der 9. City-Nachtlauf in Torgau fällt aus

Läufermassen beim City-Nachlauf 2019 – in diesem Jahr müssen die Torgauer auf dieses Bild verzichten. Foto: TZ/Archiv

Von unserem Redakteur Christian Kluge

Laufsport. Geschäftsführer Kaminski vom Kreissportbund Nordsachsen hofft, dass wenigstens die Läufe im Herbst 2020 stattfinden.

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Zusammen mit der Wirtschaft ächzt auch der Sport unter den staatlichen Beschränkungen in der Coronakrise. Jetzt mussten sich die Organisatoren der neunten Auflage des beliebten City-Nachtlaufes in Torgau auch zu einer Absage durchringen. Schon die erwartete Teilnehmerzahl wäre unter die Rubrik von Großveranstaltungen gefallen, die in Deutschland bis Ende August nicht mehr stattfinden dürfen. Von den zahlreichen Zuschauern an der Strecke ganz zu schweigen. Die TZ sprach mit Sven Kaminski, dem Geschäftsführer des Kreissportbundes Nordsachsen, über die Absage und andere Folgen von Corona im lokalen Sport der Region.


Herr Kaminski, der City-Nachtlauf in Torgau hat sich ja inzwischen in der Laufszene etabliert. Bis wann haben Sie gehofft, dass die neunte Auflage doch noch stattfinden kann am 5. Juni?
Sven Kaminski: Bis Ende März bestand noch Hoffnung. Da wir aber beim City-Nachtlauf auf eine gute Zusammenarbeit zwischen diversen Institutionen setzen – also Stadt, Händler, Gastronomie, Wirtschaft und Polizei – ist es sicherlich für einige Partner in der momentanen Situation schwer. Deshalb haben wir uns für eine Absage entschieden.

Wie viele Teilnehmer sind 2019 am Start gewesen?
Da sich die Veranstaltung aus mehreren Starts zusammensetzte und im Jahr 2019 die kleinere Variante mit dem Sponsorenlauf der Vereine stattgefunden hat, sind es über 670 Starter gewesen. In diesem Jahr wäre die Starterzahl weitaus höher gewesen aufgrund der Einbindung des Joe-Polowsky-Gedenklaufes vom Torgauer Gymnasium. 

Kann der Nachtlauf eventuell zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden? Nach jetzigem Stand sind Großveranstaltungen ja zunächst nur bis Ende August 2020 von der Politik untersagt worden.
Nein. Im Organisationsteam, in dem neben mir auch Mirko Kartheuser und Peter Nowack engagiert sind, haben wir uns verständigt, dass eine spätere Durchführung schwer realisierbar ist. Das neue Schuljahr beginnt erst am 31. August. Der Anlauf dauert zwei bis drei Wochen und andere Laufveranstaltungen sind bereits terminisiert. Weiterhin ist die Organisation unter den momentanen Voraussetzungen sehr risikohaft.  

Gibt es durch die Absage wirtschaftliche Auswirkungen für den veranstaltenden Kreissportbund Nordsachsen und wenn ja, welche?
Ja, im kleineren Rahmen hatten wir bereits schon Ausgaben getätigt, beispielsweise für Medaillenbänder und Flyer. Diese konnten aber durch Förderer der Veranstaltung ausgeglichen werden. Hier noch einmal ein „Danke“ an die Leipziger Volksbank und Torgauer Zeitung.  


Wie viele Anmeldungen – auch aus dem Gymnasium – hatten Sie denn bereits vorliegen?
Da die Onlinemeldung von uns nicht geöffnet wurde, kann ich hier keine Aussage treffen. In der Gesamtzahl haben wir mit 1.300 Läufern gerechnet, da die Meldung des Torgauer Gymnasiums alleine schon eine Größe von rund 700 Schülern und Schülerinnen beinhaltet.


Ab Juni sollten ja auch die Kreis-Kinder- und Jugendspiele ausgetragen werden. Was wird mit diesen Wettkämpfen? In einigen Sportarten sind die Teilnehmerfelder ja doch recht übersichtlich und nicht riesig.
Momentan führen wir gerade Gespräche mit den Verantwortlichen, ob sie die einzelnen Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt durchführen können beziehungsweise wollen. Letztlich liegt es aber an unserer Staatsregierung, ab welcher Teilnehmerzahl eine Veranstaltung zugelassen wird.

Wie schätzen Sie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den gesamten Sport in Nordsachsen ein? Gibt es Vereine, die eventuell das Handtuch werfen müssen, weil Ihnen wichtige Veranstaltungen wegbrechen?
Ich hoffe nicht, dass die Corona- Pandemie soweit greift. Sicherlich gibt es Vereine, die die Auswirkungen auch finanziell stärker spüren. Aufgrund der Schließungen aller Sportstätten sind die Vereine inklusive ihrer Sportler schon sehr hart betroffen. 

Sie sind auch im Organisationsteam des Sparkassen-Teichelaufes tätig. Der soll in diesem Jahr am 4. Oktober stattfinden. Hoffen Sie, dass wenigstens diese Veranstaltung ohne Probleme ausgetragen werden kann? Oder wird die Laufsaison in Nordsachsen jetzt gleich komplett abgesagt?
Im Verein haben wir uns abgestimmt, dass der Lauf vorerst zum Termin organisiert werden soll. Auch hier sind wir von den allgemeinen Verordnungen abhängig. Im Vorstand wollen wir uns dennoch zeitnah über den weiteren Organisationsverlauf verständigen beziehungsweise einigen.

Was erhoffen Sie sich für den Sport im Landkreis nach der Pandemie?
Wünschen würde ich mir gerne wieder eine sportliche Normalität in den Vereinen und Kommunen. Aufgrund der Größe des organisierten Sportes sind die Vereine ein wichtiger Bestandteil für das gesellschaftliche und soziale Leben in der Region. Weiterhin hoffe ich für den City-Nachtlauf, dass trotz des Ausfalls in diesem Jahr auch unsere Förderer und Sponsoren uns im nächsten Jahr wieder tatkräftig unterstützen. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an die Unterstützer der letzten Jahre. 


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