Samstag, 6. Juni 2020

 
Mittwoch, 22. April 2020

NORDSACHSEN

Die Laufsportler brauchen einen langen Atem

Die Strecke des Torgauer Teichelaufs kann jeder auch individuell unter die Füße nehmen. Foto: TZ/Archiv

Von unserem Redakteur Christian Kluge

Laufsport. Eine Veranstaltung nach der anderen wird aktuell abgesag. In Mittelsachsen gibt es online viele Alternativen, worauf sich ein Blick lohnt.

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Es ist ein Jammer! Derzeit herrscht bestes Wetter für die geplanten Laufveranstaltungen in Nordsachsen und dem ganzen Freistaat. Trainieren können die Sportler noch recht normal, wenn auch nicht in größeren Gruppen, sondern vorwiegend einzeln oder zu zweit. Trotzdem liegen sämtliche Wettkämpfe auf Eis, sind schon abgesagt oder werden wohl bald abgesagt werden.

In Nordsachsen sind die beiden größten Laufserien die Sparkassen-Challenge und der Ezel-Cup. Auf der Internet-Startseite der Challenge teilt das Organisationsteam aktuell unter anderem folgendes mit: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse können die noch ausstehenden Wettkämpfe in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. Wir sind dennoch überzeugt, dass die gesellschaftliche Bedeutung und Rolle des Sports auch auf Wettkampfebene perspektivisch im Blickfeld bleiben sollte.“

Keine Challenge-Gesamtwertung

Außerdem steht jetzt schon fest, dass es in diesem Jahr keine Gesamtwertung geben wird. Begründung: „Wir bitten um Euer Verständnis, dass eine faire und geordnete Wertung der Sparkassen-Challenge 2020 nicht möglich sein wird. Daher wird es in diesem Jahr keine Challenge-Gesamtwertung geben und die 10. Auflage unserer Breitensportserie wird 2021 stattfinden. Gemeinsam mit den Veranstaltern werden wir versuchen, die noch anstehenden Challenge-Stationen 2020 durchzuführen. Natürlich mit Blick auf die Vorgaben der Hygiene- und Gesundheitsinstitutionen und der organisatorischen Machbarkeit.“

Beim Blick auf die Homepage des Ezel-Cups 2020 wird klar, dass auch dieser wohl keine Gesamtwertung erleben wird, denn dort steht geschrieben: „Läufer, die bis zum 26.5.2020 an keinem Lauf teilgenommen haben, werden nicht mehr in die Wertung aufgenommen.“ Normalerweise sollten in diesem Jahr 15 Laufveranstaltungen angeboten, wobei die acht besten Ergebnisse pro Läufer in die Wertung gekommen wären.

Der Auftakt zum Ezel-Cup Nordsachsen erfolgte bereits am 1. März mit dem 23. Mazda-Lauf in Eilenburg. Der fand noch statt. Die drei Rennen danach in Oschatz, Pretzsch und Battaune wurden ersatzlos gestrichen. Der 23. Hohburger Steinbruchlauf, der am 1. Mai gestartet werden sollte, ist auf den 3. Oktober verlegt worden. Sechste Cup-Station wäre der beliebte Rolandlauf in Belgern am 24. Mai gewesen. Die Torgauer Zeitung (TZ) fragte Jochen Blüthgen, den Vereinsvorsitzenden des SV Roland Belgern, wie die aktuelle Lage dort ist. 

Blüthgen erklärte dazu der TZ am vergangenen Freitag: „Ich habe heute versucht, bei Lausitz-Timing anzurufen, jedoch keinen Kontakt bekommen. Daher habe ich eine Mail geschickt und muss auf Antwort warten.“ Denn die Belgerner möchten ihren Lauf, bei dem regelmäßig schnelle Zeiten erzielt werden, nicht absagen, sondern verschieben. 

„Wir dachten an eine Verschiebung – vorerst - auf Sonntag, den 28. Juni“, mailte Blüthgen. Und weiter: „Sollte bis dahin keine Verbesserung der Situation eintreten, würde ich zeitnah noch mal Kontakt aufnehmen.“ Nun hofft der Vereinschef des SV Roland auf eine schnelle Rückantwort, denn eins steht fest: „Der Termin am 24. Mai ist abgesagt.“ Die folgende Ezel-Cup-Veranstaltung wäre der 9. City-Nachtlauf in Torgau am 5. Juni gewesen. Doch wie Kreissportbund-Geschäftsführer Sven Kaminski, der im Organisationsteam tätig ist, mitteilte, wird dieses Rennen 2020 ganz ausfallen.

Heimatfestlauf am 6. Juni

„Bis Ende März bestand noch Hoffnung. Da wir aber beim City-Nachtlauf auf eine gute Zusammenarbeit zwischen diversen Institutionen setzen – also Stadt, Händler, Gastronomie, Wirtschaft und Polizei - ist es sicherlich für einige Partner in der momentanen Situation schwer. Deshalb haben wir uns für eine Absage entschieden“, erklärte Kaminski im Interview mit der TZ. Was mit den restlichen acht Läufen des Ezel-Cups 2020 wird, ist derzeit noch offen, gestrichen sind sie bisher nicht. Normalerweise soll es mit dem 40. Heimatfestlauf in Pretzsch am 6. Juni weitergehen. 

Was mit dem 7. Schildberglauf am 6. September wird - der 13. Station des Ezel-Cups und auch in der Wertung zur 16. Mittelsächsischen Lauftour - ist unsicher, aber: „Wir wollen auf keinen Fall absagen und unseren Schildberglauf durchziehen“, erklärt Enrico Richter vom TSV 1862 Schildau auf TZ-Anfrage. „Bei uns sind im Durschnitt nur 150 Teilnehmer am Start. Das werden normalerweise auch nicht mehr. Die Anmeldungen gehen auch erst ab August los.“ Unter die Rubrik Großveranstaltung fällt der Schildberglauf, der fünf Strecken zwischen 400 Meter und 10 Kilometer anbietet, also eh nicht.

Anders als beispielsweise der überaus beliebte Schloss-Triathlon in Moritzburg, bei dem alljährlich tausende von Zuschauern an der Strecke sind und der von rund 600 ehrenamtlichen Helfern unterstützt wird. Der sollte am 13. und 14. Juni steigen, wurde aber schon vor knapp zwei Wochen abgesagt. Die nächste Auflage soll dort am 12./13. Juni 2021 stattfinden.

Doch auch in Nordsachsen gibt es mit dem TNT-Triathlon Neumühler Teiche eine sehr gut besuchte Veranstaltung, die in diesem Jahr am 18. Juli ausgetragen werden soll. Cheforganisator Henri Leuschner, selbst ein eingefleischter Triathlet, sagte gegenüber der TZ: „Bei uns starten normalerweise zwischen 500 und 600 Sportler. Die Flyer sind auch schon gedruckt, aber derzeit haben wir einen Anmeldestopp drin. Viele hatten sich bisher auch noch nicht gemeldet.“ 

Die Strecken am Seebad Schildau sind auch übersichtlich und nicht so lang wie in Moritzburg. Größte Herausforderung ist der Triathlon mit 500 Metern Schwimmen, 20 Kilometer Rad und einem abschließenden 5,0-Kilometer-Lauf. Auch zwei Rad-Einzelzeitfahren über zehn und 25 Kilometer sind im Angebot. Leuschner steht auf jeden Fall voll im Training, obwohl ihm die Herausforderung der Wettkämpfe derzeit schon sehr fehlt. „Da geht es immer ans Limit“, sagt der 45-Jährige, der derzeit auch noch an seinem Häuschen in Böhlitz baut.

In recht weiter Ferne ist derzeit noch der Sparkassen-Teichelauf am 4. Oktober. Auch hier ist KSB-Geschäftsführer Sven Kaminski im Organisationsteam und erklärte gegenüber der TZ: „Im Verein haben wir uns abgestimmt, dass der Lauf vorerst zum Termin organisiert werden soll. Aber auch hier sind wir von den allgemeinen Verordnungen abhängig. Im Vorstand wollen wir uns dennoch zeitnah über den weiteren Organisationsverlauf verständigen beziehungsweise einigen.“

Bleibt nach dem Blick nach Moritzburg der in den Nachbar-Landkreis Mittelsachsen, wo die Läufer vor den gleichen Problemen stehen, sich aber eine Zwischenlösung ausgedacht haben. 

1. Anti-Corona-Run online

Dort haben die Organisatoren der 16. Mittelsächsischen Lauftour einen interessanten Aufruf online gestellt. Die direkte Internet-Link dazu steht am Textende. Es gibt aber auch eine Verlinkung auf der Homepage der Mittelsächsischen Lauftour. Schon seit 26. März der 1. Anti-Corona-Run ausgetragen. Bis zum 31. Mai kann jeder mitmachen. Die Grundidee ist, dass die Sportler  eine selbst gewählte Strecke alleine laufen. Zur Auswahl stehen Distanzen von einer Meile (1,6 km), 3,0, 5,0 und 10,0 Kilometer sowie Halbmarathon oder Marathon. Der Lauf muss per GPS aufgezeichnet werden, also mit einer Laufuhr oder LaufApp auf dem Handy. Anschließend können die Sportler ihre Ergebnisse auf der Internetseite hochladen. Die Teilnahme ist kostenlos. Jeder Teilnehmer erhält eine Urkunde zum Ausdrucken. Außerdem kann man sich auch eine Erinnerungsmedaille des 1. Anti-Corona-Run bestellen. 

Die diesjährige Mitteldeutsche Lauftour sollte eigentlich zwölf Veranstaltungen umfassen. Derzeit werden natürlich keine Wettkämpfe ausgetragen. Aktuell wird wohl der 38. Waldheimer Eichberglauf am 1. August der Saisonauftakt sein - wenn der aufgrund der Teilnehmerzahl nicht unter die dann festgelegte Kategorie Großveranstaltung fällt. Die weiteren Läufe  - also auch der Schildberglauf - sollen danach planmäßig ausgetragen werden. Lauftour-Cheforganisatorin Anita Häußler bedauert bis dahin vor allem, dass „der echte Wettkampf, bei dem man seine Kontrahenten sieht, auf der Strecke bleibt“.  


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