Samstag, 6. Juni 2020

 
Mittwoch, 22. April 2020

TORGAU

Die Sickerts leben für den Handball

Jesse Sickert übt auch mal zu Hause mit seinen Eltern Manuela und Jens. Foto: Norbert Töpfer

Von unserem Redakteur Norbert Töpfer

Handball. Sohn Jesse spielt in Nachwuchs-Teams des Bundesligisten SC DHfK Leipzig und schon jetzt ist klar: Er ist ein Naturtalent!

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Es ist schon etwas Besonderes, wenn ein Zwölfjähriger von zu Hause weggeht. Denn Jesse Sickert aus Torgau verbringt fünf Tage in der Woche in Leipzig, um im Nachwuchs des Handball-Bundesligisten SC DHfK zu trainieren und zu spielen. Und er besucht dort auch noch die Sportschule. Dazu kommen an den Wochenenden die Spiele in der Sachsenliga, für die Sickert junior den ganzen Tag unterwegs ist. 
Freizeit hat der junge Mann wenig. Aber das stört ihn nicht. Sein großes Ziel ist auf alle Fälle eine sehr gute handballerische Ausbildung. Außerdem träumt er von einer Karriere als Profi. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Familie mit Jesse sportlich an einem Strang zieht. Denn nur so ist es möglich, dass der Sohn das beachtliche Pensum beim SC DHfK einschließlich Schule bewältigt. 
Begonnen hat die handballsportliche Laufbahn von Sickert junior beim VfB Torgau, wo die Mutter Manuela bereits Handball spielte und gemeinsam mit Andrea Wurow 2016/2017 das E-Jugend-Team der Torgauer trainierte. Angefangen hat Jesse allerdings unter Übungsleiter Dietmar Stramm, einem bekannten Spieler aus besseren Bezirksligazeiten des VfB. 


2017 im DHfK-Handballcamp


Sickerts Sohn stellte sich gut an bei diesem Sport. Nach der Teilnahme an einem der DHfK-Handballcamps im Februar 2017 reifte bei Jesse der Entschluss, dass er mehr und besser trainieren wollte. Die Leipziger Trainer schauten sich Jesse beim Probetraining über drei Wochen genauer an und befanden ihn für gut genug. Somit spielte das Torgauer Talent ab der Altersklasse E-Jugend für den DHfK. 
Das Talent ihres Sohnes zu fördern, das war und ist mit großem Aufwand für die Familie verbunden. „Wir brauchen seit diesem Schuljahr zwar nicht mehr drei Mal wöchentlich nach Leipzig zum Training fahren, aber freitags bis sonntags ist Fahrdienst zum Internat angesagt. Dann kommen die Fahrten zu seinen Sachsenliga-Spielen dazu, bei denen wir immer dabei sind. Das ist ein enormer Aufwand, den wir aber gern auf uns nehmen“, berichtet Vater Jens.  
Aber für Jesse ist das Leben in dem großen Club kein Stress: „Ich spiele doch gerne Handball, egal ob im Training oder auf dem Parkett. Und jetzt, wo wir wegen Corona kein gemeinsames Mannschaftstraining haben können, muss ich mich eben allein nach den Plänen unseres Trainers Harald Wittig bewegen. Es war noch nie so, dass ich keine Lust hatte“, erklärt der 1,60 m große Spieler. 
Leider musste die Saison in der Sachsenliga abgebrochen werden wegen der Coronakrise. „Jesse ist abwechselnd für die D-Jugend und die C-Jugend im Einsatz, wo er in 25 Spielen 96 Tore erzielt hat“, erzählt Papa Jens stolz, der als Elektrotechniker tätig ist und sehr sportbegeistert ist. Jesse und seine Teamkollegen stehen in beiden Jugend-Sachsenligen souverän an der Spitze der Tabelle. 
Er spielt bei den D-Junioren im Rückraum und in der C-Jugend Linksaußen. „Mein großes Vorbild ist Linksaußen Uwe Gensheimer vom Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen. Bei unseren Männern sehe ich Philipp Weber am liebsten“, sagt der Zwölfjährige. Angesichts seines sportlichen Pensums als Nachwuchsspieler ist es eigentlich logisch, dass sich Jesse die Spieler seiner Bundesliga-Mannschaft im Fernsehen anschaut, wenn er nicht gerade selbst mit seinen Teams unterwegs ist. 


Zuschauen bei den Profis


Aber das reicht ihm und seinen Eltern nicht. Das Trio fährt zu den Heimspielen der Bundesliga-Profis des SC DHfK. Für sie ist es stets ein Erlebnis, die Stars der stärksten Handball-Liga der Welt in der Leipziger Arena zu sehen. Und Jesse kann sich von den Bundesliga-Spielern so manchen Trick abschauen. 
Trainiert wird die D-Jugend des SC DHfK von Annett Viehweger. „Jesse ist ein guter Spieler, der aber hoffentlich noch wächst. Er ist trainingsfleißig, ein Teamplayer mit gesundem Ehrgeiz und stets wissbegierig“, sagt die Übungsleiterin, die die Jungs dreimal wöchentlich vor allem im athletischen Bereich beim Training anleitet sowie während der Spiele betreut. Die handballerische Ausbildung der Jungs läuft unter Regie des erfahrenen Handball-Lehrers Harald Wittig im Rahmen des Profilunterrichts in der Sportoberschule Leipzig. Bei Wittig trainiert Jesse einmal wöchentlich in der C-Jugend.
„Wir haben unsere Freude, wenn wir unseren Jesse in den Mannschaften des SC DHfK spielen sehen. Vor allem sind wir stolz und glücklich, wie er sich in diesen Jahren in Leipzig weiterentwickelt hat. Das sieht in diesem Alter schon richtig nach Handball aus und bedeutet Leistungssport“, freut sich Mutter Manuela und fügt lachend an: „Wenn ich da an meine Zeit als zwölfjährige Spielerin denke, ist das kein Vergleich.“ 


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